Software-Lizenzen: Hier läßt sich Geld sparen

Welch Überraschung - Anfang November übertraf Microsoft alle Umsatz-Prognosen der Analysten für das erste Quartal, was vor allem daran liegen dürfte, dass die Kunden zu einem neuen Lizenzsystem wechseln mussten.

Die Tatsache, dass Microsoft mit ausgesprochen umstrittenen Methoden immer reicher wird, scheint die Leute mehr in Rage zu bringen als beispielsweise Enron die Kalifornier mit Milliarden-schweren falschen Stromrechnungen. Glücklicherweise besitzt kein anderes Software-Unternehmen eine derart große Macht wie jedermanns Lieblings-Monopolist bei Desktop-Anwendungen. Wer es also noch nicht getan hat, sollte schleunigst alle seine Software-Lizenzen noch einmal durchsehen und schauen, ob er nicht zu viel für Software bezahlt, die er bereits benutzt. Oder auch nicht benutzt. Denn die Analysten von Gartner schätzen, dass 20 bis 25 Prozent aller Software in den Regalen verstaubt. Sollte man da nicht fairerweise einen Teil seines Geldes zurückverlangen können?

Die Chancen dazu stehen gar nicht einmal schlecht. Denn IT-Abteilungen scheinen bei der Verwaltung von Hardware wesentlich effektiver zu sein als bei Software. Wie kommt das? Das liegt daran, dass die Beschaffung von Software oft auf Abteilungsebene erfolgt, so dass viele Unternehmen gar nicht um all die Software wissen, die bei ihnen installiert ist. Ganz abgesehen davon, dass mengenabhängige Lizenzen oft absolut undurchschaubar sind. Wie oft haben Sie das Kleingedruckte einer Vereinbarung gelesen, nur um sich nach den ersten Absätzen unverständig die Augen zu reiben? Oft bezahlt man einfach, ohne auf die letzte Nachkommastelle genau auszurechnen, was man eigentlich für sein Geld bekommt.

Komplexität ist nicht der einzige Grund für diese Vogel Strauß-Mentalität. Es ist bekannt, dass besonders Manager der obersten Ebenen äußerst anfällig sind für vielversprechende neue Technologien und ohne mit der Wimper zu zucken alles schlucken, was man ihnen vorsetzt. Das wird dann als das Ei des Kolumbus an die IT-Abteilung weitergereicht. Wer würde da schon zugeben, dass er die Software nie zum Laufen gekriegt hat oder dass sie gar noch unausgepackt im Regal steht? Aber man sollte sich diesen möglichen Peinlichkeiten ruhig stellen, denn es könnte durchaus sein, dass man für diese Ladenhüter auch noch Lizenzgebühren bezahlt.

Selbst wenn man eine befristete Lizenz besitzt, wird sich diese automatisch verlängern, und man zahlt Gebühren, solange niemand beim Software-Hersteller anruft und den Vertrag kündigt. Im Schnitt entfallen 10 bis 20 Prozent der Kosten für Unternehmens-Software auf regelmäßige Zahlungen für Upgrades und technischen Support. Sie wären überrascht, wenn Sie erführen, wie viele Unternehmen diese Gebühren auch weiterhin zahlen, obwohl sie die Software gar nicht benutzen. Oder das andere Extrem: wenn sie die Software besser einzusetzen wissen als die Support-Mitarbeiter des Herstellers.

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