Deutschlands schnellster Computer in Betrieb gegangen

Regatta-System mit Spitzengeschwindigkeit von fast 4000 Gigaflops verteilt sich auf Hannover und Berlin

Gestern ist der nun schnellste Rechner Deutschlands ans Netz gegangen. Die Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Bund sind gemeinschaftlich an dem 20 Millionen Euro teuren Hochleistungsrechnersystem namens „Hochleistungsrechner Nord“ (HLRN) beteiligt.

Das System besteht aus zwei gleichen Teilsystemen, die in Berlin am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik (ZIB) und in Hannover am Regionalen Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) installiert sind. Der Rechner ist ein von IBM (Börse Frankfurt: IBM) hergestellter Parallelrechner, bekannt auch als „Regatta“. Bei diesem System können mehrere Prozessoren gleichzeitig an einer Aufgabe arbeiten. Die beiden Rechenzentren sind über eine 2,4-Gigabit-Datenleitung verbunden.

Mitte April wurden die Hardware-Komponenten der Rechner- und Platten-Systeme im RRZN und beim ZIB angeliefert. Das waren neben den je zwölf p-Series 690-Rechnern je 16 Platten-Subsysteme mit insgesamt je 1056 Disks, die vor Ort zu installieren und zu konfigurieren waren. Der 690 ist laut IBM der einzige Unix-Server, der über die verschiedensten Möglichkeiten der Selbstdiagnose, Selbstkonfiguration und Selbstheilung verfügte. Zu den ersten Kunden zählten die Max Planck Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, die Tokio Metro Universität sowie das Oak Ridge National Laboratory.

Nach Aufbau der Rechner-Hardware erfolgten die Verkabelung der Rechner untereinander sowie die Verkabelung der Plattensysteme mit Anschluss an die Rechner und die Anbindung der Systeme an die Netzinfrastruktur im RRZN. Mit 768 Prozessoren vom Typ Power4 hat das Gesamtsystem eine theoretische Spitzengeschwindigkeit von fast 4000 Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde, also 4000 Gigaflops.

Der Supercomputer soll folgende Simulationen vornehmen:

  • Das Weltall im Computer (Astronomie, Sternenuntersuchung)
  • Die Arktis im Computer (Klimaforschung)
  • Der Hafen im Computer (Strömungsuntersuchungen)
  • Das Wasserglas im Computer (Thermodynamik, Teilchenbewegungen)

IBM baut derweil bereits am nächsten Boliden: Im Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) des Forschungszentrums Jülich entsteht ein neuer Supercomputer. Der p690-Rechner soll im Sommer kommenden Jahres auf Basis der Power4-Techgnologie eine Spitzenleistung von 5,8 TFlops (5,8 Tausend Milliarden Berechnungen pro Sekunde) erreichen. „Die Basis für den neuen Rechner wird die vom E-Server p690, Codename ‚Regatta‘, bekannte Technik einsetzen. Da wir mit einer Fertigstellung erst bis in einem Jahr rechnen, können wir noch keine genaueren technischen Angaben machen“, erklärte Burkhard Mertens vom John von Neumann-Institut für Computing (NIC) in Jülich gegenüber ZDNet.

Kontakt: IBM, Tel.: 01803/313233 (günstigsten Tarif anzeigen)

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