CIA warnt vor Cyber-Attentaten durch die Aum-Sekte

Auch extremistische Sunniten und die Hisbollah werden als potentielle Angreifer genannt

Nach dem FBI ist es diesmal an der CIA, vor einem „Cyberwarfare“, also einem Angriff auf Infrastrukturen von Behörden oder Unternehmen über das Internet, zu warnen. Ein jetzt veröffentlichter Report der Central Intelligence Agency vom April dieses Jahres nennt sunnitische Extremisten, die libanesische Hisbollah sowie die japanische Endzeit-Sekte Aum Shinri-Kyo beziehungsweise Aleph als die größten Gefahrenquellen. „Diese Gruppen haben sowohl die Intention als auch den Willen Mittel zu entwickeln, um effektive Cyber-Attacken durchzuführen“, heißt es einem Bericht an das Geheimdienst-Komitee des US-Senats.

Neben direkten Angriffsmöglichkeiten halte das Internet noch eine weitere Bedrohung bereit: „Terroristische Vereinigungen auf der ganzen Welt haben über das Internet einen leichten Zugang zu Informationen über unkonventionelle Waffen inklusive Nuklearwaffen“, ist in dem Schreiben zu lesen. „Aleph, ehemals unter dem Namen Aum Shinri-Kyo bekannt, ist die Terrorgruppe, von der die höchste Gefahr von Cyber-Attacken auf die USA ausgehet. Diese Organisation bezeichnet sich selbst als Cyberkult und nimmt jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar mit dem Vertrieb von Computern ein“, berichtet der hochrangige CIA-Mitarbeiter Stanley Moskowitz in dem Report. Aum Shinri-Kyo machte weltweit Schlagzeilen, als die Sekte 1995 einen Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn verübte, bei dem zwölf Menschen starben. Die Mitglieder sind der Überzeugung, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorstehe.

Die Warnungen vor Cyberterrorismus sind beinahe so alt wie das Internet selbst. Die CIA bezichtigte bereits im Juli 1998 zahlreiche Staaten des „Cyberterrorismus“, darunter China, Iran, Irak, Libyen und Russland. Tatsächliche Anschläge mit katastrophalen Folgen sind bislang aber noch nicht zu verzeichnen gewesen. Der bayerische Innenminister Beckstein erklärte dazu auf der Systems 2002: „Ja, die Horrorszenarien sind noch nicht eingetreten. Aber der 11. September hat belegt, dass alles, was gedacht werden kann, auch praktikabel ist.“

In der vergangenen Woche war ein groß angelegter aber nicht besonders perfider Angriff auf die Rechner, die als Adress-Dateien für das Internet fungieren, ohne Folgen geblieben. Seit Montag den 21. Oktober waren die 13 Domain-Name Service (DNS)-Root Server Opfer einer Denial-of-Service (DoS)-Attacke. Diese sei aber nach einem so simplen Schema erfolgt, dass die Administratoren keine Probleme mit dem Blocken des Datenstroms hatten. Nichts desto weniger gingen bis auf vier Server alle Rechner vorübergehend in die Knie.

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