Ballmer verteidigt Microsofts Lizenzprogramm

Microsoft-CEO Steve Ballmer verteidigte im Rahmen der Gartner-Konferenz in Orlando die umstrittenen Lizenzprogramme des Software-Herstellers und dessen im ständigen Wechsel befindliche Konsumenten-Strategie.

Ballmer, der hier auf einer von dem Marktforschungsunternehmen Gartner gesponserten Konferenz sprach, räumte ein, dass Microsofts jüngste Entscheidung, ein neues Lizensierungsprogramm für Software umzusetzen, einige Kunden verärgert hat. „Wenn man Ordnung schafft und die Dinge vereinfacht, kostet das für einige Kunden manchmal etwas mehr, und das ist problematisch“, sagte er.

Mit dem im Mai angekündigten und Anfang dieses Monats eingesetzten Lizenzprogramm werden die Kunden gedrängt, sich für ein auf jährlichen Zahlungen basierendes Modell zu entscheiden, bei dem sie im Rahmen eines Software Assurance genannten Zwei- oder Dreijahresvertrages im Voraus für Upgrades bezahlen. Dies erhöhte die Gebühren für Lizenzen in größerem Umfang effektiv von 33 auf 107 Prozent, so Gartner-Anaylsten.

Ungereimtheiten ausgeräumt
Trotzt früher Widerstände, so Ballmer, habe man bei Microsoft festgestellt, dass „sich ein sehr großer Teil der Kundschaft“ für das Programm entschieden habe. Ballmer verteidigte die Maßnahme und sagte, dass so einige der Ungereimtheiten der älteren Lizenzprogramme ausgeräumt werden. „Wir erkennen, dass wir den Kunden zeigen müssen, dass wir durchgehend Leistung liefern und keine unhandlichen Upgrades. Wir wissen, dass dies für einige Kunden weniger preiswert ist als vor einem Jahr“, so der Microsoft-CEO.

Ballmer sagte weiter, dass Microsoft sein Lizenzpolitik ständig überarbeite. „Wir unterziehen alle Lizenzvereinbarungen für Endverbraucher einer vollständigen Prüfung. Wir wollen sicherstellen, dass wir die Dinge vereinfachen. Wir müssen den Rückmeldungen, die wir bekommen, unsere Aufmerksamkeit schenken und die Kosten konstant halten oder reduzieren“.

Bezüglich einer Überarbeitung der Lizensierungspraxis äußerte sich Ballmer gegenüber CNET News an anderer Stelle: „Ich bin nicht sicher, ob sich etwas ändert, aber viele Kunden sagen uns, dass unsere Endnutzer-Lizenzvereinbarungen zu kompliziert sind. Wir wollen die Dinge vereinfachen, aber nur, wenn unsere Kunden wirklich davon profitieren.“

Ballmer verteidigte Microsofts Windows-Preispolitik angesichts der Kostenentwicklung bei neuen PCs. Trotz eines jähen Preisverfalls bei neuer Hardware bleibt der Preis von Windows konstant. Ballmer argumentierte, dass die Preise einiger neuer PCs künstlich tief gehalten werden. „Der Preis, zu dem wir Windows für derartige Rechner anbieten, ist seit sieben oder acht Jahren unverändert. Wir bieten heute sehr viel mehr Leistung als damals. Für eine Kopie von Windows erhalten wir vielleicht 50 Dollar. Da subventioniert jemand den Hardwarepreis“, sagte Ballmer.

Auf den Vorschlag, dass Mircosoft den Preis für Windows proportional an den Preis für neue PCs anpassen solle, reagierte Ballmer verärgert: „Macht es einen Unterschied, ob jemand 250 Dollar für einen neuen Computer und die Anwendungen, die XP bietet, zahlt, oder 230 Dollar. Kurbelt das die Nachfrage an? Wohl kaum. Aber zerstört das unser Potenzial für innovative Forschung und Entwicklung? Genau das würde geschehen.“

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