Systems 2002: 32 Prozent weniger Besucher

Veranstalter freuen sich trotzdem über steigenden IT-Entscheideranteil und sehen wieder Silberstreif am Horizont

Die Systems hat nicht nur mit sinkenden Ausstellerzahlen zu kämpfen, sondern auch mit einem massiven Besucherrückgang. Nach der heute Mittag vorgelegten Hochrechnung kamen nur noch rund 80.000 IT-Interessierte nach München – das sind 32 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, im Vergleich zu 2000 hat sich die Besucherzahl sogar fast halbiert. Der Besucherrückgang ist doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr.

Dennoch sind sich die Veranstalter sicher, dass „von schlechter Stimmung auf der Systems 2002 wenig zu spüren“ war. Die 21. internationale Fachmesse für Informationstechnologie, Telekommunikation und Neue Medien habe einen „kompakten und repräsentativen Überblick der ITK-Branche“ geliefert. Es habe sich außerdem ein Stimmungswandel abgezeichnet, so die Messe München: 47 Prozent der Aussteller hätten die Systems mit den Noten „Ausgezeichnet“ bis „Gut“ bewertet – im Jahr zuvor seien dies nur 43 Prozent gewesen. Das dritte Jahr der Flaute hinterließ jedoch auch beim Fokus der meisten Messebesucher seine Spuren: Gefragt seien hauptsächlich Lösungen zur Kostensenkung und Prozessoptimierung gewesen, so die Veranstalter.

Mit der Qualität der Besucher zeigten sich die Ausrichter zufrieden: Der Anteil der IT-Entscheider sei von 86 auf 90 Prozent gestiegen. Nominal betrachtet sieht das Bild aber anders aus: Legt man die jetzt veröffentlichen Zahlen zugrunde, kamen nach ZDNet-Berechnungen nur noch 72.000 Entscheider nach München – vor einem Jahr waren es noch knapp über 100.000.

Dennoch zieht auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) eine positive Bilanz: Sowohl bei Ausstellern als auch bei den Besuchern sei trotz der „negativen Vorberichterstattung“ eine „zunehmend optimistische Stimmung zu spüren“ gewesen: „Die Messe verlief insgesamt so gut, dass wir für das kommende Jahr wieder steigende Ausstellerzahlen erwarten“, erklärte Rohleder. Rückblick: Bei der Abschluss-Pressekonferenz zur Systems 2001 hatte Messe-Chef Joachim Ensslin sich zuversichtlich geäußert, dass „im nächsten Jahr wieder mindestens die Zahl von 2000 Ausstellern“ erreicht werden könnte. Dieses Jahr waren aber nur 1600 Firmen auf der Messe präsent.

Doch auch heuer gibt sich der Branchenverband optimistisch: Die Stimmung auf der Systems habe die Bitkom-Analyse für die weitere Marktentwicklung bestätigt. Danach erwartet der Verband für das kommende Jahr eine leichte Stabilisierung der Nachfrage. Die ITK-Branche verfüge über ein enormes Potenzial. „Dieses Potenzial wurde in München auf der Systems gezeigt. Wir gehen davon aus, dass hier zusätzliche Impulse für 2003 entstehen“ so der Geschäftsführer.

Die nächste Systems findet vom 20. bis 24. Oktober 2003 in München statt. Im kommenden Frühjahr will die Messe ihre Pläne für die 22. Computermesse in der bayerischen Landeshauptstadt veröffentlichen.

Kontakt:
Messe München, Tel.: 089/94901 (günstigsten Tarif anzeigen)

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2 Kommentare zu Systems 2002: 32 Prozent weniger Besucher

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  • Am 19. Oktober 2002 um 13:40 von Rainer Gaiß

    R.I.P.
    Die Systems ist mittlerweile eine Provinzmesse, die national wie international völlig bedeutungslos ist. Am besten einstampfen.R Echte Alternative wenn’s unbedingt zweimal im Jahr sein muss – oder einmal im Süden: Comdex Basel.

  • Am 20. Oktober 2002 um 8:12 von Sven Bross

    Mit der IT-Krise aus dem Rampenlicht gestolpert
    Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast!

    Namhafte Software- und Hardwarehesteller sind zuhause geblieben oder waren nur auf dem Stand eines Vertriebspartners vertreten. Auf diese Art wurden die Ausstellerzahlen geschönt! Ich könnte mir vorstellen, dass die Messe München GmbH der Firma Adobe noch Geld bezahlt hat, um den Namen Adobe auf die Liste der Aussteller nehmen zu dürfen. Das ist nur ein Beispiel!

    Diejenigen Hersteller die auf der Messe vertreten waren haben ihre Fachkräfte zuhause gelassen, anders kann ich es mir, bei dieser Informationsqualität, nicht vorstellen.

    Vor zwei Jahren war ich von der Systems noch begeistert weil sie wirklich informativ war, heute (2002)ist sie nicht mal mehr den halben Eintrittspreis wert.

    Also, entweder die Systems einstampfen oder die Informationsqualität massiv erhöhen.

    Einer der da war.

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