Telekom-Entlassungen: ver.di kündigt Proteste an

"Bei der Aufsichtsratssitzung am 30. Oktober wird es von unserer Seite heftige Diskussionen geben"

Die Telekom-Spitze stößt mit ihrem harten Sanierungskurs auf den massiven Widerstand der Arbeitnehmervertreter: Betriebsrat und Gewerkschaft wollen sich gegen die geplante Streichung von rund 50.000 Stellen zur Wehr setzen. „Bei der Aufsichtsratssitzung am 30. Oktober wird es von unserer Seite heftige Diskussionen geben“, sagte ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Mittwoch in Berlin.

Die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) betonte, es handele sich um vorläufige Zahlen, die noch nicht festgeklopft seien. Zudem werde „niemand auf die Straße gesetzt“, betonte ein Sprecher. Die Telekom-Aktie sank am Mittwoch leicht auf 8,69 Euro. Ver.di nannte den Stellen-Abbau ein „völlig falsches Signal“ (ZDNet berichtete). Statt die „Flucht in die Arbeitsplatzvernichtung“ anzutreten, solle die Telekom-Führung die Leistungsfähigkeit des Unternehmens verbessern. Ver.di wolle zudem auch für die Mitarbeiter der Telekom-Beteiligungsgesellschaften den gleichen Kündigungsschutz wie im Mutterhaus durchsetzen.

Auch der Gesamtbetriebsrat lehnt die geplanten Kürzungen als „völlig überzogen“ ab. Sparen allein vermittle keine Zukunftsperspektive, erklärte Betriebsrats-Vize Rainer Röll in Bonn. Er wies zugleich darauf hin, dass es in der Festnetzsparte T-Com bis Ende 2004 keine betriebsbedingten Kündigungen geben dürfe. Der Festnetzbereich ist von den Stellenstreichungen besonders betroffen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Telekom bis Ende 2005 in Deutschland zwischen 35.000 und 40.000 Stellen streichen will – und damit mehr als bislang bekannt. Hinzu sollen 11.000 Stellen im Ausland kommen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Bonner Unternehmen mitgeteilt, dass allein in der Festnetzsparte T-Com bis zum Jahr 2005 insgesamt 29.500 Stellen wegfallen sollen. Außerdem sollen nun auch bei T-Systems und T-Mobile mehrere tausend Arbeitsplätze gestrichen werden. Es handele sich dabei aber um ein „worst-case-Szenario“, betonte ein Telekom-Sprecher. Ein Teil der überflüssigen Mitarbeiter soll in so genannten Personal Service Agenturen Beschäftigung finden. Bei der Telekom arbeiten derzeit rund 255.000 Menschen, davon 178.000 in Deutschland. Die Stellenstreichungen sollen helfen, den Schuldenberg von rund 64 Milliarden Euro abzutragen.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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