Gartner: SMS hat Internet überholt

"G2-Studie" fordert Unternehmen auf, nicht auf UMTS zu warten

SMS hat auf der Beliebtheitsskala der Europäer das Internet inzwischen überholt: Das ist eines der Ergebnisse der neuen GartnerG2-Studie, die heute in München vorgestellt wurde. So versenden 43 Prozent aller Deutschen SMS, während nur 29 Prozent das Internet nutzten.

Dabei sei keineswegs nur die jüngste Altersgruppe präsent, so die Studie: Zwar verschicken die Jüngsten auch die meisten Textnachrichten, doch auch jeder zweite Deutsche zwischen 45 und 54 Jahren setzt auf das neue Medium: „Es gibt inzwischen Millionen von neuen Handynutzern, denen man noch vor ein paar Jahren den Besitz eines Mobiltelefons nicht zugetraut hätte“, kommentierte Gartner-Analyst Adam Daum die Zahlen.

Angesichts des SMS-Booms rät er Unternehmen, nicht auf UMTS zu warten, um mobile Services anzubieten. Zwar gäbe es keine mobile Killerapplikation, dennoch hätten viele Deutsche Interesse an Services per Handy. Nur ein Prozent benutzen das Mobiltelefon, um Kinokarten zu Buchen, Musik herunterzuladen oder auch das eigene Konto zu verwalten. Doch jeder zehnte Handybesitzer hat Interesse an solchen Services, ohne sie bisher genutzt zu haben.

Unternehmen müssten auch aus den Fehlern lernen, die im Internet gemacht worden seien: So sei Spamming per SMS absolut tabu, nachdem es schon im Web für aufgeregte Gemüter sorgt. Außerdem sollten die Anbieter nicht wie beim Web den User an kostenlose Dienste gewöhnen, sondern von Anfang an auf gebührenfinanzierte Services setzen.

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1 Kommentar zu Gartner: SMS hat Internet überholt

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  • Am 10. Oktober 2002 um 9:32 von Roman Herzog

    Kostenlose Dienste
    "Außerdem sollten die Anbieter nicht wie beim Web den User an kostenlose Dienste gewöhnen, sondern von Anfang an auf gebührenfinanzierte Services setzen."<br />
    <br />
    Dieser Satz ärgert mich, insbesondere die Formulierung ‚Anbieter … beim Web den User…‘. Ich möchte daran erinnern, daß das Internet – anders als SMS – von der Idee her nicht aus Anbietern und Nutzern besteht, sondern alle primär gleichberechtigt sind. Die Perversion, daß sog. Anbieter entstehen, wurde v.a. dadurch gefördert, daß sich ‚Provider‘ breit machten, um Anfängern ‚content‘ zu verkaufen, den es naturgemäß und kostenlos im Internet schon von jeher gab (newsgroups und chat gab es auch schon, bevor compuserve diese Dienste in sein Format presste).

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