Telarbeit boomt in Deutschland

Aber immer noch großer Nachholbedarf im Vergleich zu den USA

Telearbeit boomt in Europa, allerdings hat die Alte Welt immer noch gewaltigen Nachholbedarf im Vergleich zu den USA. In der Europäischen Union existieren derzeit gut 20 Millionen Telearbeitsplätze, davon rund sechs Millionen in Deutschland. Binnen drei Jahren hat sich damit die Anzahl der Telearbeiter in der EU verdoppelt, in Deutschland sogar annähernd verdreifacht. Das ergab eine Repräsentativbefragung von 11.800 Personen in allen EU-Ländern, der Schweiz und den USA durch die Bonner Empirica-Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung.

Der enorme Anstieg der Anzahl der Telearbeiter sei jedoch nicht der klassischen häuslichen Telearbeit zu verdanken. Der Boom ist vor allem auf Telearbeit von Selbstständigen in Kleinstbüros und die Telearbeit ergänzend zur Tätigkeit im Büro beim Arbeitgeber zurückzuführen.

Laut Telearbeitsforscher Norbert Kordey spiegelt sich hierbei die schnelle Verbreitung neuer Techniken wie E-Mail oder Notebooks mit Internet-Anschluss wider. Auch die Veränderung der Arbeitswelt hin zu flexibler Arbeitszeit, mehr Kundennähe und stärkerer Selbständigkeit spiele eine große Rolle.

Vergleicht man die Zahlen für die EU mit den USA, zeigt sich noch ein deutlicher Nachholbedarf. Bezogen auf die Erwerbsbevölkerung ist die Zahl der Telearbeiter in den Vereinigten Staaten annähernd doppelt so hoch wie in den 15 EU-Ländern. Innerhalb der Union liegen im Ländervergleich die Niederlande sowie die skandinavischen Länder hinsichtlich der Verbreitung der Telearbeit an der Spitze. Dank hoher Wachstumsraten fänden sich Deutschland und Großbritannien im vorderen Mittelfeld wieder. Auch Italien und Irland hätten merklich aufgeholt und die Gruppe der Nachzügler verlassen können. Frankreich und Spanien lägen zusammen mit Luxemburg und Portugal weiterhin am Ende der Rangfolge.

Ein weiteres Wachstum ist nicht ausgeschlossen: Mehr als zehn mal so viele Erwerbstätige bezeichnen ihren Job als telearbeitsfähig, als es derzeit alternierende und permanente häusliche Telearbeiter gibt: nur zwei Prozent aller Erwerbstätigen in der EU betreiben die klassische häusliche Telearbeit, aber knapp 30 Prozent sind der Auffassung, ihre berufliche Tätigkeit sei geeignet, mindestens einen vollen Tag pro Woche zu Hause zu verbringen.

Kontakt: Empirica, Tel.: 0228/98530-0 (günstigsten Tarif anzeigen)

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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