Ballmer: „Software ist wie Fast Food“

Die traurige Wahrheit: "Jeder Quellcode ist ab einer bestimmten Größe fehlerbehaftet"

Was ist Microsoft-Boss Steve Ballmer wirklich wichtig? Die Antwort lautet „Fast Food, Bugs und Software“, das erklärte er zumindest in einer Mitteilung an Kunden seines Konzerns. Darin vergleicht er die Konzeption von Computerprogrammen mit dem Anrühren von Teig für Muffins.

Ballmer berichtet, dass er in seiner Zeit vor Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) Geld mit der Vermarktung von „Brownie Mix“ und „Blueberry Muffin Mix“ für einen großen Lebensmittelhändler verdient hat. Damals habe er viel Zeit damit zugebracht herauszufinden, was genau die Kunden in ihrer „Kuchenmischung, ihren Limonaden, ihren Shampoos und so weiter“ enthalten haben wollen. Der Geschäftsführer von Microsoft fährt fort, dass es für Technologieunternehmen ungleich schwerer sei, die Bedürfnisse der Kunden zu eruieren. Seine Lösung: „Wir müssen in engeren Kontakt mit unseren Abnehmern treten.“ Um dies zu bewerkstelligen, habe der Konzern bereits damit begonnen, auf einer breiten Basis Feedback zu sammeln. Auch der Kundenservice sei verbessert worden, genauso wie die Möglichkeit für Updates von Programmen.

Dann offenbarte Ballmer einen Lichtblick, als er feststellte: „Lassen sie es der traurigen Wahrheit ins Auge blicken: Jeder Quellcode ist ab einer bestimmten Größe fehlerbehaftet („will have bugs in it“). Selbst kleine Programme bestehen aus mehreren Millionen von Zeilen – viel Platz für einen kleinen Käfer, um sich zu verstecken.“ Künftig soll Anwendern ein automatisierter Weg offen stehen, Sicherheitslöcher und Fehler in Microsoft-Software direkt an das Unternehmen weiterzumelden. Dieser Rückkanal an das Unternehmen soll sich direkt nach einem Systemabsturz eröffnen. Ein solches Tool habe bereits gute Arbeit bei der Entwicklung von Visual Studio .Net geleistet, das der Konzern im Februar veröffentlicht hatte.

Es ist dies das zweite Mal, dass sich ein hochrangiger Vertreter von Microsoft öffentlich an seine Geschäftspartner wendet. Den Anfang hatte Bill Gates mit seiner „Trustworthy Computing Security Initiative“ gemacht. Offenkundig reagierten beide auf Sicherheitsbedenken, die in Folge einer Häufung von Sicherheitslöchern in Microsoft-Produkten von Experten und Anwendern geäußert worden waren. „Microsoft hat in Bezug auf Zuverlässigkeit ein bedenkliches Sicherheitsproblem“, erklärte beispielsweise der Cheftechnologe der Datenschutzgesellschaft Shadowlogic, Richard Forno, bereits im Januar. Wie beinahe täglich wiederkehrende Warnungen vor Sicherheitslöchern in Windows und dem Explorer belegen, haben diese Worte nicht an Aktualität verloren.

Kontakt: Microsoft, Tel.: 089/31760 (günstigsten Tarif anzeigen)

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