Ist die Zeit reif für den Austausch von Exchange?

Microsoft Exchange ist an einem Wendepunkt angelangt. Und die Wettbewerber liegen bereits auf der Lauer.

Die meisten Segmente in der IT-Branche fangen mit einer Vielzahl von Produkten an, doch im Laufe der Zeit bleiben dann nur ein oder zwei Marktführer übrig. In den vergangenen Jahren hat sich ziemlich deutlich herausgestellt, dass Collaboration-Produkte – wie man firmeninterne E-Mail- und Kalender-Server inzwischen zu nennen pflegt – sich in diese Richtung bewegen. Zeitweise sah es sogar so aus, als ob Microsoft Exchange das Feld vollständig übernehmen würde.

Doch in solch einer Situation ist es leicht möglich, dass der Marktführer einen Fehler begeht und damit die Konkurrenten einen Fuß in die Tür bekommen. Es scheint, als ob Microsoft genau dies getan hat, indem die nächste Version von Exchange (Codename Titanium) zu eng mit der nächsten Version von Windows (alias .NET Server) verbunden wurde. Die Anwender bleiben lieber eine Zeit lang bei einem bewährten Produkt, ehe sie Upgrades bei Servern oder Anwendungen vornehmen. Und vor allem führen sie nicht gerne beide Upgrades zusammen durch. Doch Microsoft hat mitgeteilt, dass Titanium nur für .NET verfügbar sein wird und auf Server-Funktionen zurückgreift, die nur .NET Server bereitstellt.

Microsoft hat sich zwar bereits von mehreren Seiten Kritik für dieses Vorgehen eingehandelt, doch vielleicht gibt es dazu tatsächlich keine Alternative. Vielleicht benötigt Titanium ja wirklich Funktionen, die erst .NET Server zur Verfügung stellt. Was auch immer der Grund sein mag – die Vorstellung eines doppelten Upgrades wird viele Benutzer veranlassen, sich die Sache mit Exchange noch einmal zu überlegen. Die derzeitigen Veränderungen bei Microsofts Lizenzsystem werden ebenfalls ihren Teil dazu beitragen.

Für die Wettbewerber im Bereich Collaboration ist also die Zeit reif, um sich ihren Anteil am Exchange-Markt zu sichern. Doch wer sind diese Wettbewerber? Der größte ist natürlich Lotus. Seit das Unternehmen von IBM aufgekauft wurde, hat es das gesamte Gewicht von Big Blue im Rücken, was Lotus Notes sowie dem Web-basierten Domino den notwendigen Auftrieb gab.

Gleichzeitig setzt auch Novell weiterhin alles daran, die Anwender vom Wechsel zu Groupwise zu überzeugen, wobei sie die üblichen Geschütze aus Analysten-Berichten und Rentabilitätsberechnungen auffahren. Zugegeben, Groupwise ist ein sehr gutes Produkt, doch die Käufer bleiben zurückhaltend, so lange sie nicht wissen, wie es mit Novell weitergehen wird.

Die Ankündigung von Oracle, noch in diesem Jahr ein Collaboration-Produkt als Konkurrenz zu Exchange auf den Markt zu bringen, ist auf allgemeine Skepsis gestoßen. Solche Ankündigungen waren schon häufig von Larry Ellison zu hören, der regelmäßig mit Plänen aufwartet, wie Microsoft zu schlagen sei. Diese lösen sich dann ebenso regelmäßig in Luft auf, und Ellison besinnt sich wieder auf das sichere Terrain von Oracles Finanz- und Datenbank-Produkten für Unternehmen.

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