Telekom plant Grundgebühr um bis zu 7,5 Prozent anzuheben

Telefon-Kunden sollen ab 2003 einen Euro mehr zahlen; Unternehmen rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von rund 500 Millionen Euro

Erst eine 20-prozentige Erhöhung der DSL Faltrate-Kosten und jetzt plant die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) laut dem „Handelsblatt“ ab Anfang 2003 die monatliche Telefon-Grundgebühr um einen Euro anzuhaben.

Derzeit sollen schon Gespräche mit der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) laufen. Endgültig vom Vorstand beschlossen sei die Preiserhöhung allerdings noch nicht, hieß es weiter.

Die Telekom hatte zuletzt im Mai die Grundgebühr für analoge und ISDN-Anschlüsse um jeweils 65 Cent angehoben. Als marktbeherrschendes Unternehmen muss die Telekom alle Preise von der Regulierungsbehörde genehmigen lassen. Eine Preiserhöhung um einen Euro beschert der Telekom laut dem Bericht jährlich Mehreinnahmen von etwa 500 Millionen Euro. Damit wolle der Bonner Konzern Kostensteigerungen kompensieren.

Gleichzeitig seien die Pläne Teil einer langfristig angelegten Strategie, im Festnetz Preise und Kosten neu auszubalancieren. Zu Monopolzeiten war es bei den staatlichen europäischen Telekom-Konzernen üblich, dass aus sozialen Gründen die Telefonanschlüsse möglichst billig angeboten wurden und die Telefongesellschaft das Defizit über die Preise der Gesprächsminuten wieder hereinholte.

Seit der Öffnung des Telefon-Festnetzes für Wettbewerb Anfang 1998 versucht die Telekom, alle Kosten des Anschlusses über die Grundgebühr abzurechnen, da der Wettbewerb zu einem Preiskampf bei den Gesprächsgebühren geführt hat. Dass die Telekom jetzt erneut auf höhere Anschlusspreise dringt und gleichzeitig Preissenkungen bei Ortsgesprächen anbietet, dürfte der Zeitung zufolge auch mit der weiteren Öffnung der Ortsnetze für den Wettbewerb zusammenhängen.

Auf Drängen der EU-Kommission stimmte der Bundestag am Donnerstag einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes zu. Danach werden zum 1. Dezember Call-by-Call-Gespräche auch im Ortsnetz möglich. Die Telekom, aber auch konkurrierende Stadtnetzbetreiber wie Netcologne und Hansenet fürchten neue Konkurrenz durch Anbieter, die ohne Netz-Investitionen Ortsgespräche billiger anbieten können.

Neben Billiganbietern haben von der Telekom-Preisstrategie vor allem Wenig-Telefonierer einen Nachteil. Telekom-Konkurrenten, die dem Noch-Ortsnetz-Monopolisten Kunden komplett mit Anschluss abjagen wollen, dürften höhere Grundgebühren der Telekom begrüßen. Derzeit liegt die Grundgebühr für den Normalanschluss bei 13,33 Euro. ISDN-Nutzer zahlen mindestens 23,60 Euro. Im Gegenzug für die Grundgebühr-Erhöhung im Mai hatte die Telekom die Tarife für Ortsgespräche von 6,2 Cent auf sechs Cent pro Einheit gesenkt.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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2 Kommentare zu Telekom plant Grundgebühr um bis zu 7,5 Prozent anzuheben

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  • Am 13. September 2002 um 21:58 von Buchholz

    Grundgebühr
    Hallo,das die Telekom Pleite ist,das muss man ja nicht noch mal extra Erwähnen.Jetzt wird der Verbraucher Abgezockt,erst wird die DSL-Flarate um 20% erhöht,und dann noch die Grundgebühr.Weiter so,wird langsam Zeit,das man sich nach einen anderen Anbieter umschaut.Vater Staat schaut auch nur zu,und schützt einen nicht vor der Abzockerei.

  • Am 16. September 2002 um 10:23 von Phantom

    Grundgebühr bei der Telekom
    Die Telekom soll erst einmal anständige Arbeit abliefern, dann könnte man über Mehrkosten und Erhöhungen sprechen. Nach meinem Umzug hat gar nichts mehr funktioniert und die Telekom hat bis heute (und das sind schon 4 Monate) nicht geschafft die korrekte neue postalische Adresse zu begreifen und auf ihre Briefe und Rechnungen zu bringen! Ich finde das mehr als traurig und dafür soll man nun auch noch bezahlen??<br />
    Nein Danke, dann werde ich der Telekom den Rücken kehren, es gibt auch noch andrere Anbieter wie z.B Arcor.<br />
    Klar, da läuft vielleicht auch nicht immer alles rund, aber besser als bei der Telekom.

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