Mobilcom-Pleite scheint abgewendet

17 Gläubigerbanken einigen sich auf Umschuldung von Milliarden-Kredit

Die Pleite des deutschen Mobilfunkanbieters Mobilcom (Börse Frankfurt: MOB) ist offenbar abgewendet. Wie Mobilcom-Großaktionär France Télécom bekannt gab, einigten sich die 17 Gläubigerbanken grundsätzlich auf eine Umschuldung des Ende Juli fälligen Kredites von 4,7 Milliarden Euro. Dieses Grundsatzabkommen sei nur ein erster Schritt, betonte Konzernsprecher Bruno Janet: Nun müsse noch eine Einigung mit den Lieferanten gefunden werden – und Mobilcom-Chef Gerhard Schmid müsse gehen.

France Télécom ist bislang mit 28,5 Prozent an dem deutschen Partner beteiligt und dürfte Mobilcom nun Bankenangaben zufolge bald übernehmen. Die Ansprüche der Gläubigerbanken aus dem Mobilcom gewährten Überbrückungs-Darlehen sollen mittelfristig in France-Télécom-Aktien umgewandelt werden.

Angaben aus Bankenkreisen zufolge dürfte der dabei angepeilte Aktienpreis zwischen 45 und 50 Euro liegen. France Télécom muss nun nach Angaben des Konzernsprechers mit den Mobilcom-Zulieferern Nokia (Börse Frankfurt: NOA3) aus Finnland und Ericsson aus Schweden eine ähnliche Einigung erzielen. Die Diskussionen über den 1,1 Milliarden Euro schweren Lieferkredit sollten noch diese Woche beginnen.

„Die dritte Etappe wird der Abgang von Herrn Schmid sein“, sagte Janet. Dabei seien das Ausscheiden Schmids als Firmenchef und als Mobilcom-Anteilseigner „miteinander verbunden“. Der Aufsichtsrat des Unternehmens aus Büdelsdorf bei Hamburg könnte bereits am Freitag das Ausscheiden von Firmengründer Schmid als Vorstandschef beschließen, hieß es in Firmenkreisen.

Zum Rückkauf von Schmids Anteilen machte France-Télécom-Sprecher Janet keine Angaben. In Bankenkreisen hieß es, die von Schmid und seiner Ehefrau gehaltenen 49,9 Prozent an Mobilcom könnten für rund zehn Euro pro Aktie den Besitzer wechseln. Schmid hatte zunächst 22 Euro, zuletzt dann noch 17 bis 18 Euro gefordert.

Kontakt: Mobilcom, Tel.: 04331/6900 (günstigsten Tarif anzeigen)

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