Musikverband drängt Politik wegen Kopierschutz

Schnelle Gesetzesänderung sei "von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des deutschen Musikmarktes"

In der seit Monaten andauernden Diskussion um Kopierschuztmechanismen mahnt der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände just drei Monate vor der Wahl zur Eile: „Wir erwarten von Bundesregierung und Bundestag eine zügige Umsetzung der geplanten Urheberrechtsgesetznovelle“, erklärte der Vorsitzende Gerd Gebhardt am gestrigen Dienstag.

Die aktuelle Diskussion habe gezeigt, dass alle Beteiligten Handlungsbedarf sehen. Die Verbände hätten dies auf allen politischen Ebenen deutlich gemacht. Gebhardt weiter: „Wir haben zwar die Aufmerksamkeit der Politik wie nie zuvor bekommen, politische Folgerungen lassen jedoch in weiten Bereichen auf sich warten.“ Die Zeit dränge aber, angesichts der „aktuellen Probleme“ sei schnelles Handeln „dringend geboten“.

Eine schnelle Gesetzesänderung, die vor massenhaftem Kopieren schütze, sei „von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des deutschen Musikmarktes“. Die Gespräche hierüber würden von den Verbänden als zuständige Organe der Branche fortgesetzt.

Anfang des Monats hatte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, Peter Zombik, zu den wichtigsten Kritikpunkten der ZDNet-Leser rund ums Thema Kopierschutz Stellung bezogen. Die Statements von Zombik sind hier im Wortlaut nachzulesen.

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2 Kommentare zu Musikverband drängt Politik wegen Kopierschutz

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  • Am 20. Juni 2002 um 21:47 von Chris

    Musikindustrie
    Anfang des Monats hatte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, Peter Zombik, zu den wichtigsten Kritikpunkten der ZDNet-Leser rund ums Thema Kopierschutz Stellung bezogen. Die Statements von Zombik sind hier im Wortlaut nachzulesen …

    … zu denen man leider keinen Kommentar schreiben konnte. Denn gerade die Aussage, daß sich keine neuen Künstler finden lassen, wenn die Preise gesenkt würden, aufgrund von Flopproduktionen, hat mich echt auf die Palme gebracht. Man beachte die Musikcommunity http://www.uptrax.de, bei der KOSTENLOS ZAHLLOSE KÜNSTLER Titel einstellen. Die besten Titel werden dann auf einem Radiosender vorgestellt, man kann abstimmen für diese Titel und der endgültige Gewinner bekommt einen Plattenvertrag. So ist eine "Marktstudie" gleich noch kostenlos mit drin und neben vielen guten Titeln, die man da absolut kostenlos bekommt, haben einige Künstler sogar die Möglichkeit eben einen Plattenvertrag zu bekommen. Also was soll das? Solange Musik und Video (und Software) in diesen Preiskategorien sich befindet, wird man das Kopieren nicht verhindern können. Erst wenn man die Preise auf ein vernünftiges Niveau senkt, wird der Aufwand und der Ertrag für Kopiererei und legale Beschaffung schon von ganz alleine dazu führen, daß auch das Ergebnis stimmt. Teilen wir alle Preise durch 10, glaub ich fest daran, daß 10x soviele kaufen. Alleine, weil sie sich sicher sind, damit nichts Illegales zu tun und es trotzdem bezahlen können (und der Such-, Download-, Brennvorgang zunehmend in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen steht, selbst wenn für manche vielleicht die Legalität nur ein positiver Nebeneffekt ist).

  • Am 22. Juni 2002 um 22:11 von expocityvoice

    Angriff auf Pfründe!
    Da kann man nur von Schizophrenie reden!

    Die deutschen Industrien, die sich gewöhnlich jegliche politische Einmischung verbitten, rufen immer dann nach Regulierung, wenn es an ihre Pfründe geht!

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