NTT Docomo sieht UMTS-Erfolg erst in acht Jahren

Europäische Netzbetreiber stufen die Einschätzung des Japaners als "sehr pessimistisch" ein

Der japanische Mobilfunker NTT Docomo hat sich pessimistisch über den Erfolg der dritten Mobilfunkgeneration geäußert. „Wir glauben, dass UMTS erst 2010 seinen wirtschaftlichen Gipfel erleben wird“, sagte NTT-Docomo-Chef Keiji Tachikawa gegenüber der „Financial Times Deutschland“.

Japan gilt als Testgebiet für die wirtschaftliche Zukunft von UMTS. Im September des Jahres wollen in Europa einige Telefongesellschaften die Kommunikationstechnik installieren. Dem Zeitplan zufolge wollen bis Ende 2003 alle Mobilfunkanbieter in Deutschland, Frankreich und Großbritannien das Netz am Laufen haben.

NTT Docomo hatte laut dem Bericht UMTS unter der Marke Foma im Oktober gestartet und nicht so viele Kunden gewonnen wie ursprünglich erwartet. So hätten sich bis Mai erst 112.000 User für UMTS angemeldet. Der japanische Netzbetreiber hatte bereits Ende März 150.000 Kunden einkalkuliert, so die Zeitung.

Demnach seien die meisten I Mode-Kunden in Japan nicht willig, die stabile Technik gegen die noch eher anfälligen UMTS-Handys auszuwechseln. „Die Telefone haben eine zu schwache Batterie, die Standzeiten waren zu kurz. Wir erreichen mit unserem Netz noch nicht die Mehrheit der Bevölkerung in Japan. Außerdem haben wir keine speziellen Inhalte für Foma angeboten“, gestand der NTT Docomo-Chef Tachikawa das Fehler ein.

Die Äußerungen Tachikawas werden indes in Europa als „sehr pessimistisch“ eingestuft. „Mir erscheint ein wirtschaftlicher Erfolg fünf bis sechs Jahre nach der Einführung von UMTS als realistisch“, zitiert das Blatt einen ein Sprecher von T-Mobile. Vielleicht hätten die Japaner UMTS zu früh eingeführt.

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