Moorhuhn-Aktie muss Federn lassen

Anteilsschein von Phenomedia stürzt nach Insolvenzantrag um 65 Prozent ab

Massiv Abgestürzt ist die Aktie von Phenomedia (Börse Frankfurt: PNM), nachdem der Moorhuhn-Erfinder gestern einen Insolvenzantrag gestellt hat. Bereits in den ersten Handelsstunden des heutigen Mittwochs sank das Papier auf nur noch 36 Cent, was einem Einbruch um 65 Prozent entspricht. Zum Nachmittag erholte sich das Papier wieder auf Werte um 40 Cent.

Damit ist die Aktie der Softwareschmiede zum Pennystock verkommen. Noch Anfang des Jahres waren für den Anteilsschein mehr als zwölf Euro zu zahlen – wer vor vier Monaten einstieg, hat 97 Prozent seines Geldes verloren. In der Spitze waren für die Aktie 90 Euro zu zahlen.

Phenomedia hat gestern beim Amtsgericht Bochum die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft beantragt (ZDNet berichtete). Die zur Fortführung des Unternehmens erforderliche Liquidität habe nicht nachhaltig sichergestellt werden können. Es seien zwar aussichtsreiche Gespräche mit potenziellen Investoren geführt worden, diese konnten laut dem Unternehmen jedoch nicht innerhalb der zwingenden gesetzlichen Fristen zum Abschluss gebracht werden.

Vor kurzem wurde bekannt, dass der ehemalige Phenomedia-Vorstandsvorsitzende Markus Scheer sowie Ex-Finanzchef Björn Deer Bilanzen gefälscht haben. Dies sei seit Mitte 2001 durch die Verbuchung fingierter Aufträge in Höhe von rund zehn Millionen Euro geschehen.

Phenomedia gab Ende März für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 25,8 Millionen Euro bekannt. Das lag deutlich über dem Vorjahresumsatz von 16,3 Millionen Euro sowie über den mit 18 Millionen Euro sehr konservativen Erwartungen.

ZDNet hat in einem News-Report den Aufstieg und Fall der New Economy festgehalten.

Kontakt: Phenomedia, Tel.: 02327/9970 (günstigsten Tarif anzeigen)

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