Studie: Musikindustrie muss umdenken

Diebold rät Labels den Zugang zu Liedern gebührenpflichtig zu machen, nicht die Lieder selbst

Napster und seine Peer2Peer-Technologie haben die Medienindustrie unter Zugzwang gesetzt. Die Musikbranche weist zurzeit den größten Kontrollverlust auf und muss starke Umsatzeinbussen in Kauf nehmen, so das Ergebnis einer Studie des Management- und Technologieberatungsunternehmens Diebold. Die Firma rät den TIME-Industrien (Telekommunikation, Informationstechnologie, Media und Entertainment) daher, ihre Produktions- und Vertriebsprozesse durchgängig zu digitalisieren.

Das Internet und die Musiktauschbörsen hätten eine „Umsonst-Kultur“ etabliert. Die Mehrzahl der Mediennutzer sei nicht bereit, für digitalisierte Inhalte zu bezahlen. Durch die Möglichkeit zur Vervielfältigung verliere das Produkt an Exklusivität und subjektivem Wert. Der Absatz von CDs sank daher auch von 2000 auf 2001 um 14 Prozent. Im selben Jahr sei die Anzahl der herunter geladenen Songs auf 20 Milliarden angestiegen. Kopierschutztechnologien könnten diesen Trend allenfalls verzögern, nicht aber verhindern, so Diebold-Manager Marc Ziegler.

Diebold gehe davon aus, dass User zukünftig den Zugang zu Mediendienstleistungen sowie begleitenden Services kaufen und nicht das physische Medienprodukt. Medienunternehmen seien aus wirtschaftlicher daher aufgefordert, entsprechende Angebote und Geschäftsmodelle auszuweiten. Beispielsweise könne die Musikindustrie die kostenpflichtige oder kostenlose Verteilung von Inhalten und Songs über ein P2P-Netzwerk ermöglichen. Die avisierten Kundengruppen könnten sich für eine Monatsgebühr eine bestimmte Anzahl von Songs herunterladen oder pro Download bezahlen. Inwieweit Kunden diesen Dienst in Anspruch nehmen, bleibe jedoch offen. Schließlich seien weiterhin kostenfreie Angebote von Tauschbörsen im Internet verfügbar.

Kontakt: Diebold Deutschland, Tel.: 06196/9030 (günstigsten Tarif anzeigen)

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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