Murdoch soll den Crack von Decodern anordnen

Verdächtigte Tochtergesellschaft wird von Söhnen geleitet

Vor dem Bezirksgericht des nördlichen Distrikts von Kalifornien geht es bislang kaum bekannt schon seit einem Monat um eine pikante Frage, die auch Leo Kirch aufhorchen lassen dürfte: Der französische Medienkonzern Vivendi wirft dem Medien-Tycoon Rupert Murdoch vor, den Crack des Decoders der Bezahl-Fernsehsender Canal Plus in Frankreich und ITV Digital in England angeordnet zu haben. Das berichtet „Spiegel Online“.

Das französische Unternehmen verlor durch illegales Auslesen des Zugangscodes nach eigenen Angaben Hunderte von Millionen Dollar – und fordert nun eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Der Konzern schätzt angeblich, dass es mehr Schwarzseher seines Pay-TVs gebe als tatsächliche Kunden.

Vivendi habe Zeugen präsentiert, die die Verantwortung Murdochs beziehungsweise seiner Firma NDS beeideten. Kronzeugen sei Oliver Kommerling von ADSR, einer 60-Prozent-Tochtergesellschaft der NDS Group. Diese wiederum werde von zwei Söhnen von Murdoch geleitet.

Kommerling habe zu Protokoll gegeben, „dass NDS die Vivendi-Codes in einem Labor in Israel habe knacken lassen und diese dann – über den Umweg ADSR und NDS – an eine angeblich auf Raubkopien spezialisierte Website weitergegeben habe“. Unterstützung erhält Kommerling angeblich durch einen weiteren Zeugen: Gilles Kaehlin berichtete, der Crack sei mutwillig in entsprechende Foren eingestellt worden.

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