Spyware: Morpheus leitet Nutzer um

Besondere Site registriert die Shopping-Gewohnheiten der Anwender

Die hinter dem Morpheus-Netzwerk stehende Firma Streamcast Networks schaut genau auf seine Nutzer. Das Unternehmen zählt jedes Mal mit, wenn ein Morpheus-Anwender eine bekanntere Shopping-Site wie etwa Ebay (Börse Frankfurt: EBY) oder Amazon (Börse Frankfurt: AMZ) ansteuert. Streamcast-Chef Steve Griffin beeilte sich aber zu beteuern, dass keinerlei personenbezogenen Daten gesammelt würden.

Streamcast erklärte, man habe ein neues Browser-Add-on eingeführt: Bevor ein Anwender eine Shopping-Site ansteuert, wird er dadurch unbemerkt auf eine spezielle Site umgeleitet. Dort wird registriert, dass ein Morpheus-Nutzer auf dem Weg zu einem kommerziellen Marktplatz ist. Solche Software wird von Firmen wie Be Free) bereitgestellt.

„Wir testen das gerade erst“, erklärte Griffin. „Bevor ich eine Partnerschaft eingehe, stelle ich sicher, dass dabei keinerlei persönlichen Daten aufgenommen werden.“ Im kommenden Monat soll das System ausgebaut werden.

Pikant: Streamcast hatte stets beteuert, im Gegensatz zum Konkurrenten Kaazaa habe man keinerlei „Spyware“ in der Tausch-Software versteckt. Kazaa hatte die neueste Version 1.5 seines Filesharing-Tools erst Mitte vergangenen Monats zum Download bereit gestellt. Die 1,7 MByte große Datei integriert auch Programme von dritten Herstellern (ZDNet berichtete).

Bei dem fraglichen Anhängsel von Morpheus handelt es sich einen File namens bpboh.dll. Dieser nutzt eine von Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) entwickelte Technik „Browser Helper Object“ (BHO). Nach Angaben von Microsoft ist BHO „eine relativ neue und effektive Art, Ihren Code direkt in der Adresszeile des Browsers zu platzieren.“

Screenshot von bpboh.dll
Screenshot von bpboh.dll (Foto: Curtis)

ZDNet bietet ein „Anti-Spyware-Tool“ namens Ad-aware an. Das Programm scannt lokale Festplatten, den Arbeitsspeicher und die Registry auf vorhandene Überwachungswerkzeuge und entfernt diese bei Bedarf. Allerdings kann das Löschen solcher Komponenten auch dazu führen, dass das Trägerprogramm, also die werbefinanzierte Freeware, nicht mehr einwandfrei funktioniert.

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