Bund soll auf Telekom-Dividende verzichten

Aktionärsschützer fordern von Hans Eichel Bescheidenheit / Staat habe zu Vertrauensverlust beigetragen

Wegen der schlechten Finanzlage bei der Deutschen Telekom (Börse Frankfurt: DTE) haben Aktionärsschützer einen Verzicht des Bundes auf die Dividende aus seinen Aktien gefordert. „Neben skandalösen Vorgängen am Neuen Markt hat insbesondere die T-Aktie dazu beigetragen, dass sich viele Bürger enttäuscht von der Geldanlage in Aktien wieder abwenden“, erklärte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD).

Der Staat habe zu diesem Vertrauensverlust beigetragen. Als Großaktionär der Telekom solle der Bund deshalb auf die Dividendenzahlung verzichten. An die freien Anleger müsse aber weiter ausgeschüttet werden. Die SdK warf dem Bund vor, bei den drei Börsengängen der Telekom von 1996 bis 2000 falsche Erwartungen bei den Aktionären geweckt zu haben. Wer jeweils für 5000 Euro Aktien gekauft habe, stehe heute mit einem Wertverlust von rund 58 Prozent da.

Zwar sei klar, dass mit einer Anlage in Aktien immer ein Risiko einhergehe. Mit seiner Werbung für die Börsengänge und dem Verkauf als „Volksaktie“ habe der Bund bei vielen Anlegern aber „ein Gefühl der Sicherheit und Vertrauen erzeugt“. Hinzu komme, dass der Staat mit zum Wertverlust der T-Aktie beigetragen habe. So habe er als damaliger Mehrheitsaktionär etwa nicht verhindert, dass die Telekom durch ein aggressives Bieterverhalten bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen den Preis in die Höhe getrieben habe.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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