Windows XP: Was ist für Gamer drin?

Windows XP bringt, zumindest für Privatanwender, die wohl einschneidensten Veränderungen seit Jahren mit sich. Aber was bringt es Spielernaturen? Erfahren Sie hier, was Gamern mit Windows XP erwartet.

Alle Betriebssystem-Upgrades haben ihre Vor- und Nachteile und so ist auch die Entscheidung, ob man das neue Microsoft-Betriebssystem installieren soll, nicht ganz einfach. Windows XP bringt, zumindest für Privatanwender, die wohl einschneidensten Veränderungen seit Jahren mit sich. Endlich verwirklicht Microsoft einen lang gehegten Traum, nämlich die Vereinigung der Windows-Familie für Privatanwender (Windows 95, 98, 98SE und ME) mit dem stabileren und weiterentwickelten Systemcode der Betriebssystem für Firmenumgebungen (Windows NT und 2000). Microsoft verspricht Upgrade-Kunden eine ganze Menge: bessere Integration neuer Digitalgeräte wie Kameras und MP3-Player, eine benutzerfreundlichere Oberfläche und Programmorganisation, weniger Systemabstürze und besseren Support sowie den einfachen Aufbau von kleinen Netzwerken.

Aber was bringt es Spielernaturen? Wir haben uns viel Zeit genommen, um eine Vorversion von Windows XP auf Spieletauglichkeit zu testen. Zwar können wir noch kein endgültiges Urteil fallen, denn bis zur Veröffentlichung geht ja noch einige Zeit ins Land, aber die ersten Erfahrungen mit XP weisen auf eine schwere Entscheidung für jede Spielerseele hin. Abhängig von Spielen und Hardware tauscht man die höhere Stabilität und einfachere Bedienung eventuell auf Kosten von Kompatibilität und Leistung ein.

Die Bedeutung dieses Sprungs wird bei der Installation von Windows XP deutlich. Das Upgrade von einem Privatanwender-Betriebssystem auf XP dauerte auf unserem Testrechner mit Athlon 1.3 GHz mehr als eine Stunde und verlangte viele Neustarts. Der Windows XP-Kernel und das Treibermodell unterscheiden sich von Grund auf von den derzeitigen Versionen, so dass beim Installationsvorgang das System gründlichst geprüft wird. Als Ergebnis gibt es eine lange Liste mit Software, Hardware und Treibern, die nicht kompatibel zum Betriebssystem sind. In unserem Fall meckerte Windows XP über einen aktuellen Laserdrucker von Canon, die Treiber unserer Phillips Acoustics Edge Soundkarte, das Spiel Alice (das nichtsdestotrotz funktioniert) und andere Peripheriegeräte und Software – sogar die aktuellen MS Intellimouse-Treiber. Natürlich planen die meisten Hersteller, aktuelle Treiberversionen beim XP-Verkaufsstart im Oktober bereitzustellen. In den meisten Fällen konnten wir außerdem auf vorhandene Treiber für Windows 2000 zurückgreifen. Aber diese Erfahrung zeigt, dass die Bedenken der Gamer-Gemeinde zur Kompatibilität berechtigt sind.

Das Betriebssystem wird es in zwei Versionen geben: Home Edition für Standardsysteme und Heimanwender sowie Professional, das an die Stelle von Windows 2000 tritt. Die Teilung ist in erster Linie eine Preis- und Verpackungsfrage, denn die Professional-Version kommt geschäftsmäßiger daher und bietet Funktionen wie Unterstützung für zwei Prozessoren und mehrere Monitore, die von Privatanwendern selten benötigt werden. Wir haben beide Versionen getestet.

Windows XP wirft mehr Kompatibilitätsfragen als jedes andere Windows-Upgrade der letzten 5 Jahre auf, da es anders als Windows 95, 98 oder ME auf echtem 32-Bit-Code basiert. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität zu alten Programmen, Prozessoren und DOS war in den Windows-Versionen für Privatanwender, die die meisten von uns bisher benutzen, Softwarecode für ältere 16- und neuere 32-Bit-Prozessoren vermischt. Außerdem setzen diese Betriebssysteme auf DOS auf. Windows 95 und seine Nachfolger starten zuerst DOS und laden erst dann die Windows-Oberfläche. Diese DOS-Altlast machte es (fast) zu einem Kinderspiel, ältere Spiele im DOS-Modus auszuführen. Auch konnten, unter Windows 95/98/ME, Programmierer – besonders Spieledesigner – einige der Betriebssystemregeln weit auslegen, vorhandene Betriebssystemtreiber überschreiben oder das Betriebssystem komplett umgehen und statt dessen die Hardware direkt ansprechen. Gerade diese Punkte haben jedoch auch zur Instabilität dieser Windows-Versionen beigetragen und sie anfällig für Software- und Speicherprobleme gemacht, die es in Betriebssystemen, die sich nicht um alte Programmcodes scheren müssen, nicht gibt.

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