CeBIT 2002: Cookies unerkannt nutzen

Neues kostenloses Tool und Datenmix sollen die Anonymität im Internet sichern

„Der Server xyz möchte ein Cookie einrichten“ – jeder Surfer kennt die lästigen Meldungen, die das Fortkommen auf der Datenautobahn behindern. Der Nutzer hat die Wahl zwischen „Annehmen“ oder „Ablehnen“. Doch eine echte Alternative ist dies nicht. Lehnt er die Cookies ab, kann er viele, zum Beispiel personalisierte Webangebote nicht nutzen. Nimmt er die Datenpakete an, erkennt ihn der Webserver bei jeder Einwahl wieder. Dem Server ist es so möglich, eine „Akte“ zu führen und ein Nutzerprofil zu erstellen.

Die Vorzüge der Cookies nutzen und gleichzeitig das Ausschnüffeln verhindern, kann angeblich der „Cookie-Cooker“. Das an der Fakultät Informatik der TU Dresden entwickelte Werkzeug lässt den Nutzer in ganz unterschiedliche Identitäten schlüpfen. Durch den Wechsel lassen sich keine Nutzerprofile erstellen. Wenn doch, sind diese so widersprüchlich, dass sie für den Versender der Cookies wertlos sind. Auf der CeBIT 2002 (13. bis 19. März) in Hannover will der verantwortliche Entwickler Hannes Federrath die Software vorstellen.

Das Grundprinzip ist laut den Entwicklern simpel: Der Cookie-Cooker tauscht die Datenpakete mit anderen Usern aus, die Identitäten vermischen sich und werden unbrauchbar für professionelle Datensammler. Bei Netzdiensten mit Anmeldung erfindet der Cookie-Cooker eine Person: Alter, Name, Wohnort und Passwort werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und in das Formular eingetragen. Dabei merkt sich das Programm, welche der erfundenen Personen zu welcher Webseite gehören. Steuern sie die Seite erneut an, wähle der Cookie-Koch die passende Identität automatisch aus.

Das Forscherteam um Federrath hatte bereits früher ein Programm entwickelt, das jeden Surfergang anonymisiert (ZDNet berichtete ausführlich). Die „Tarnkappe für das Internet“ namens Java Anon Proxy ist als Testversion als kostenloses Download-Programm erhältlich. Der Proxy ist im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts „Anonymität im Internet“ entstanden und wurde zusammen mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein ausgeführt.

Themenseiten: Software, Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu CeBIT 2002: Cookies unerkannt nutzen

Kommentar hinzufügen
  • Am 22. Februar 2002 um 11:25 von Olox

    Anonym Surfen
    Nachdem ich das Tool installiert hatte wurde ich beim Versuch mich neu einzuwählen 24 Stunden vom T-online Server gesperrt.Nach einem Anruf bei T-online wurde mir bestätigt das ein unathorisierter Zugriff erfolgte und aus Sicherheitsgründen das Konto gesperrt wurde.

    Falls das die Lösungen zum"unerkannten Surfen sein soll " dann kann ich nur lachen .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *