XHTML: Die nächste Markup-Generation

HTML ist die Sprache für das Web schlechthin, doch eine neuere Version der Sprache, XHTML (Extended Hypertext Markup Language), nimmt an Beliebtheit zu. In diesem Artikel schauen wir uns einige der Merkmale an, in denen sich XHTML von HTML unterscheidet.

Warum erweitertes HTML?
HTML ist eigentlich ganz brauchbar. Doch viele Aspekte könnten verbessert werden, und ein Satz verbindlicher Standards würde dazu beitragen, Probleme in einigen Bereichen zu lösen. HTML fehlen auch bestimmte Schlüsselelemente wie Erweiterbarkeit und Zugriffsmöglichkeiten. Mit XHTML soll also nicht der Bruch mit HTML vollzogen werden, sondern das Ziel besteht darin, die zur Verfügung stehenden Features besser zur Geltung zu bringen.

Die erweiterte Familie
Das World Wide Web Consortium (W3C), d. h. die Organisation, die für Web-Standards wie HTML und XML verantwortlich ist, hat in XHTML eine ganze Familie geschaffen. XHTML bezieht sich nicht nur auf eine einzige XML-Anwendung, sondern auf eine Sammlung von XML-Grammatiken, die auf dem HTML-Standard in der Version 4 basierende Dokumenttypen definieren. Diese Familie umfasst gegenwärtig XML-Spezifikationen für die drei Dokumenttypen von HTML 4: Strict, Transitional und Frameset.

Beziehungen
Die Beziehungen zwischen HTML und XHTML sind leicht zu verstehen, so wie es die Dokumente selbst sind. XHTML bietet eine strengere, jedoch auch sauberere Implementierung der meisten HTML-Tags. Beispielsweise ist XHTML nicht so tolerant wie HTML, wenn es um die Groß- und Kleinschreibung geht. Mit HTML können Sie für Ihre Tag-Namen die Schreibung beliebig benutzen. Eine gemischte Groß- und Kleinschreibung funktioniert genauso gut wie eine durchgängig große oder durchgängig kleine Schreibung. XHTML-Programmierer hingegen müssen ausschließlich Kleinbuchstaben benutzen.

Da XHTML eine XML-Grammatik ist, finden für den Gebrauch der Tags auch die normalen XML-Regeln Anwendung. In einem XHTML-Dokument dürfen die Tags nicht unabgeschlossen bleiben. Dies umfasst auch die üblicherweise unabgeschlossenen HTML-Tags wie die Tags für den Zeilenumbruch <br>, die horizontale Linie <hr> und das Absatz-Tag <p>. Statt das HTML-Tag zu benutzen, müssen XHTML-Benutzer dafür sorgen, dass sie das Tag entweder schließen wie in <br></br> oder ein leeres Tag wie <p/> benutzen.

Argumente in Anführungszeichen
Ein weiterer Unterschied zwischen HTML und XHTML liegt in der Behandlung von Attribut-Listen oder Argumenten für Elemente. Bei HTML ist es zur Gewohnheit geworden, für die Angabe von Parameterwerten für Attribute irgendeine von drei verschiedenen Syntaxen zu verwenden: Manchmal stehen sie in doppelten Anführungszeichen, manchmal in einfachen Anführungszeichen, und manchmal fehlen die Anführungszeichen ganz:

<body bgcolor=“#FF0000″>
<script language=’JavaScript‘>
<table width=640>

Diese Art von Flexibilität ist bei XHTML nicht erlaubt. Stattdessen müssen die Programmierer doppelte Anführungszeichen benutzen, wenn sie die Werte für die Attribute von Elementen spezifizieren.

Auch alleinstehende oder verwaiste Attribute stehen für XHTML-Benutzer nicht zur Verfügung. Dies wird in der Sprache von XML als Attribut-Minimierung bezeichnet. Ein weit verbreitetes Beispiel in HTML ist die Verwendung eines Formulars mit Kontrollkästchen, wobei Sie kennzeichnen wollen, welche Kästchen angekreuzt bzw. abgehakt werden sollen:

<input type=“checkbox“ checked>

Mit XHTML sollte das Attribut checked folgendermaßen angegeben werden:

<input type=“checkbox“ checked=“checked“>

Alles wird besser
XHTML ist der Zukunftstrend für die Beschreibung von Web-Inhalten. Es bietet über eine benutzerfreundliche XML-Grammatik ein robusteres und standardisiertes HTML. Trotz der Unterschiede, die es zwischen HTML und XHTML gibt, werden die meisten Benutzer mit der Verwendung von XHTML keine Probleme haben.

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