Radikale Türken lesen E-Mail-Verkehr der EU mit

Bericht: Linksnationalistische Arbeiterpartei im Besitz von rund 2500 vertraulichen Nachrichten

Eine radikale türkische Splitterpartei hat offenbar monatelang den E-Mail-Verkehr zwischen der EU-Vertretung in Ankara und der Brüsseler EU-Zentrale mitgelesen. Wie die türkische Presse berichtete, behauptet der Vorsitzende der linksnationalistischen Arbeiterpartei (IP), Dogu Perincek, im Besitz von rund 2500 vertraulichen Mails zu sein, die zwischen dem EU-Außenbüro und Brüssel sowie innerhalb des Außenbüros versandt wurden.

Perincek bezeichnete die EU-Vertreterin in Ankara, als Spionin. Er veröffentlichte zum Beweis in seiner Parteizeitung „Aydinlik“ mehrere interne Botschaften der EU-Vertreterin in Ankara, Karen Fogg. Diese belegten, dass Fogg eine Spionin sei, die im Auftrag der EU die Türkei unterwandern solle, erklärte er.

Sie müsse deshalb des Landes verwiesen werden. In den veröffentlichten Botschaften ging es unter anderem um eine mögliche finanzielle Unterstützung der Europäischen Union für eine kurdischsprachige Zeitung sowie um Einschätzungen der politischen Reformen in der Türkei, der Beziehungen zu Europa und zur Zypern-Frage. Wie er an die E-Mails gekommen sei, wollte Perincek nicht sagen. Der türkische Außenminister Ismail Cem sagte in Istanbul, sein Ministerium werde alles tun, um den Hackern auf die Spur zu kommen und ihnen das Handwerk zu legen.

Damit reagierte er auf eine offizielle Beschwerde der EU-Vertretung, die sich auf ihre Rechte als diplomatische Vertretung berief, deren Post nach der Wiener Konvention vertraulich ist. In der türkischen Presse wurde über die Rolle des türkischen Geheimdienstes MIT in der Affäre spekuliert, zu dem Perincek gute Verbindungen nachgesagt werden.

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4 Kommentare zu Radikale Türken lesen E-Mail-Verkehr der EU mit

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  • Am 14. Februar 2002 um 8:50 von Herbert

    Radikale Türken lesen E-Mail-Verkehr der EU..
    Ohne Rassist zu sein,frage ich die Verantwortlichen Politiker: ist das

    die oft zitierte Anbiederung und Aus-landsdiplomatie (der letzten 40 Jahre)um dann solches lesen zu müssen ?

    Hatte Europa das wirklich nötig ? Hinter den Horizont mit derlei Versa-gern – wir baden das auch noch aus… dank an diese KOHL und andere Köpfe…

    was ich euch sonst noch wünsche ?

    …na,ratet mal!

  • Am 14. Februar 2002 um 10:55 von Anno

    RE: Radikale Türken lesen E-Mail-Verkehr der EU mit
    Selber schuld liebe EU, habt ihr denn noch nie was von Verschluesselung gehoert ? Gerade in Turkey, im Land das noch keine Telekommonuktionsgesetze besitzt, sind noch ganz andere Dinge moeglich.

    Aber die werden ja untern Tisch gekehrt ;-)

  • Am 14. Februar 2002 um 15:11 von O-Brian

    Mailverkehr der EU
    Tja da sollten die zuerst mal PGP oder ähnliches installieren und alle DAUser darauf schulen…..

    ;-)

  • Am 24. Februar 2002 um 12:37 von Benji

    Rafikale Türken lesen E-Mail Verkehr …….
    Sauber! Wie heißt es da: " Man soll seinen (Feind)gegenüber nie unterschätzen!" Dies gilt auch in Ländern, die wir Europäer immer noch als "Rückständig" oder sogar als komplett "Unfähig" einstufen. Da kann man nur noch sagen: "Mit eigenen Mitteln geschlagen!" Die haben wohl noch nie was von PGP gehört.

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