Kritik an höheren T-Mobile-Gebühren für SMS

Verbraucherschützer und Politik warnen vor Schuldenfalle / Pro Kurznachricht soll ein Anbieter mindestens 75 Prozent verdienen

Politiker und Verbraucherschützer kritisieren den Plan der Telekom-Tochter T-Mobile, die Preise für Kurznachrichten um über 100 Prozent zu erhöhen. Die Gebühren für netzinterne SMS sollen in einigen Tarifen von 7,7 auf 19 Cent steigen. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) erklärte, die Handy-Benutzung und das Verschicken von SMS gehörten zum Lebensstil Jugendlicher. Die zum Teil bereits gravierenden Verschuldungsprobleme würden durch die Erhöhung weiter zunehmen.

Künast kritisierte auch die mangelnde Transparenz der Kosten durch das Versenden von SMS. Nach jedem Versenden müsste vom Anbieter auf dem Handy dargestellt werden, wieviel Kosten durch das Versenden entstanden seien. Der Vorsitzende der Kinder- und Jugendkommission im Deutschen Bundestag, Klaus Haupt (FDP), forderte die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) auf, ihren Schritt zu überdenken. Haupt warnte in der „Bild am Sonntag“ ebenfalls vor der Schuldenfalle.

Sollte die Telekom bei ihrer Entscheidung bleiben, müsse sie Kinder und Jugendliche in einer großangelegten Werbekampagne über die Gebührenerhöhung aufklären. Christian Dieckmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagte: „Das ist reine Abzocke, da werden Jugendliche zur Umsatzsteigerung missbraucht“. T-Mobile-Sprecher Stephan Althoff verteidigte den Plan des Mobilfunkanbieters: „In anderen Tarifen kosten SMS schon lange 20 Cent. Mit einheitlich 19 Cent wird es für diese Kunden, zu denen auch viele Jugendliche gehören, sogar billiger. Ab Sommer bieten wir außerdem spezielle Tarifoptionen für SMS-Vielnutzer an.“ Kai Petzke vom Branchendienst Teltarif.de widersprach dieser Einschätzung. Gerade für die „Fun-Generation“ werde es teurer. Aus Sicht von Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg müssten die Mobilfunkanbieter die Preise sogar senken. Pro SMS verdiene der Anbieter mindestens 75 Prozent. Eine Kurzmitteilung koste aber nicht mehr als ein bis zwei Cent. Andere Mobilfunkanbieter wollen nach Informationen von „Bild am Sonntag“ nachziehen. E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann kündigte demnach an, dass es für Neukunden im Frühjahr neue SMS-Preise geben werde. Auch Viag-Interkom-Sprecher Stefan Zuber schließt demnach eine Preiserhöhung nicht aus.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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2 Kommentare zu Kritik an höheren T-Mobile-Gebühren für SMS

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  • Am 21. Januar 2002 um 21:48 von Meinolf

    Heult doch!
    Wenn unsere Politiker sich bei anderen Preisen auch mal so für die Kunden ins Zeug legen würden.

    Bei der so genannten "Ökosteuer" werden wir vom Staat abgezockt.

    Aber da mosert die Grüne Tante Künast nicht, weil die Kohle ja in die Staatskasse fließt.

    Es gibt andere Dinge, bei deren Preis es sich lohnen würde, sich zu Gunsten der Verbraucher einzusetzen.

  • Am 22. Januar 2002 um 9:05 von Matthias Zwerschke

    Immer drauf
    auf den Rosa Riesen, ist ja in. Es sind doch wohl die gleichen Kreise welche bei DSL die Tarife per Verfügung erhöhen und mit dem Wettrennen um UMTS Frequenzen die Telekomunikationsunternehmen an den Rand des Ruins getrieben haben. Das die nun versuchen Ihre Bilanzen wieder in Ordnung zu bringen, kann ich schon nachvollziehen oder hat einer gedacht UMTS gibts geschenkt !

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