Regulierungsbehörde droht Telekom mit Strafen

Verzögerungstaktik vorgeworfen / Kundenpotenzial im DSL-Markt noch nicht ausgeschöpft

Die Regulierungsbehörde macht weiter Druck auf die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE): Nur wenige Tage, nachdem der Ex-Monopolist die Grundgebühren und DSL-Preise auf Druck der Behörde angehoben hat, droht diese nun mit Vertragsstrafen, falls der Rosa Riese Leistungen an Konkurrenten weiter verschleppt.

Der Präsident der Behörde, Mathias Kurth, stößt sich nach Angaben von „Spiegel Online“ daran, dass die Firma von Ron Sommer ihre Entscheidungen teilweise nicht oder erst nach längerer Verzögerung umsetzt. Dadurch würde die Konkurrenz benachteiligt. Die RegTP prüfe nun Möglichkeiten, in geeigneten Einzelfällen Konventionalstrafen anzuordnen.

„Das Natürlichste der Welt wäre, Verstöße durch das zu ahnden, was das Zivilrecht bei vielen Verträgen vorsieht“ so der Behördenchef. Er sieht beispielsweise bei DSL noch hohe Wachstumschancen, obwohl der Marktanteil der Telekom bei über 95 Prozent liegt. Das Kundenpotenzial sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Bereits am 19. November hatte die Regulierungsbehörde angekündigt, die DSL-Tarife der Telekom unter die Lupe zu nehmen (ZDNet berichtete laufend). Kurth hatte sich damals mit einem entsprechenden Aufforderungsschreiben an die Unternehmensleitung der Telekom gewandt. Die jetzige Wiederaufnahme des DSL-Entgeltverfahrens geht zurück auf die Entscheidung der Beschlusskammer Drei der Regulierungsbehörde vom 30. März 2001.

Kontakt:
Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000
RegTP, Tel.: 0228/149921 (günstigsten Tarif anzeigen)

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4 Kommentare zu Regulierungsbehörde droht Telekom mit Strafen

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  • Am 17. Januar 2002 um 19:16 von Thorsten

    T-Online und DSL
    Soweit mit bekannt ist hat AOL sich über den Tarif von T-Online beschwert!

    Ich Zahle für meine DSL-Flat 25.– € im Monat. D. h. im Dezember waren es noch 49.– DM. Wie kann AOL dann behaupten T-Online wären zu niedrig im Preis, wenn sie selber einen Preis von 39.– je Monat angeboten hatten.

    Sollte es zu einer negativen Entscheidung kommen, ist der User der dumme. Man sollte AOL mal einen Maulkorb verpassen.

    Ich war bei AOL und wollte mir meine DSL-Flat dort holen, aber die waren nicht in der Lage den Zugang herzustellen und mir wurde gesagt ich solle solange mit ISDN weiter ins Netz gehen. Nach drei Wochen hatte ich die Nase voll (es tat sich immer noch nicht) und bin zu T-Online gegangen. Drei Tage später hatte ich meine DSL-VErbindung.

  • Am 17. Januar 2002 um 21:09 von Thotti22

    T-Online != Telekom
    Auch wenn T-Offline eine Tochter der Telekom ist und unterm Tisch "gemauschelt" wird, bezieht sich die Gebührenanhebung auf den T-DSL-Anschluß, der von der Telekom bereit gestellt wird.

    Allerdings trifft die Entscheidung der RegTP eher den Verbraucher, als den rosa Verein. Die RegTP sollte lieber dafür sorgen, dass die "letzte Meile" liberalisiert wird – wie schon öfters von der EU gefordert (und von Müller und Eichel verhindert)…

  • Am 18. Januar 2002 um 9:36 von Brother Tak

    Hi Torsten genau das ist das Problem
    Du bist zu T-Online gewechselt, weil AOL nicht in der Lage war Deinen DSL-Anschluss zu schalten. Da die letzte Meile der Telekom gehört kann AOL erst schalten, wenn die Telekom dies will. Diese verzögert aber künstlich solche Bereitstellungen und gibt die letzte Meile nicht frei. das ist den anderen gegenüber nicht fair, denn die letzte Meile wurde zu Bundespostzeiten vom Steuerzahler bezahlt und nicht von der AG. Was die Preise angeht muss die Regulierungsbehörde dann reagieren, wenn ein Mitbewerber (T-Online) offensichtlich bevorteilt wird. Die allgemeine Richtung war nicht Preise hoch, sondern gleiche Preise für alle. Dies wollte die Telekom nicht realisieren, weshalb die Regulierungsbehörde die Notbremse zog. Entweder niedrige Preise für alle oder höhere bei T-Online. Wäre das so nicht angeordnet worden, wäre der Kampf so ausgegangen, das T-Online der einzige DSL Anbieter geblieben wäre, eine Tatsache die nicht unbedingt den Wettbewerb gefördert hätte. Nicht umsonst hat Bertelsmann seine Anteile an AOL schon im Sommer veräußert, obwohl da auch andere Wettbewerbskriterien eine Rolle spielten.

  • Am 19. Januar 2002 um 0:08 von Trau ich nicht zu sagen

    Verzögerungstaktik geht auf
    Noch ein paar Monate weiter so und der RosaRiese hat bei den DSL-Angeboten so ziemlich alles abgesahnt, was die internen Marktanaylsen hergegeben haben. Dann kann der Preis wieder etwas runter gehen und der Markt durch Freigabe der DSL-letzten-Meile "liberalisiert" werden. Und dann kommt der Zeipunkt der "Anpassung" der DSL-Flatrate nach oben. Und so weiter und so weiter und so weiter.

    Gerichtsentscheide werden so lange ignoriert, bis das gesteckte Marketing-Ziel in etwa erreicht ist. Lustig?: Ich ignoriere eine Anordnung eines Gerichtes so lange, bis mein Mitbewerber keine Kunden mehr an Land ziehen kann, gebe dann zähneknirschend nach, zahle die Strafe aus der Portokasse und lege langfristig dann als Quasi-Monopolist die Preise nach meinem Ermessen fest und diktiere die Bedingungen. Ein glaubhaftes Vorbild für die kleinen Leute an praktizierter Demokratie?

    Wie war das noch? An was ist das römische Reich zugrunde gegangen? Vielleicht an der mangelnden Vorbildfunktion staatlicher und quasistaatlicher Institutionen?

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