Fusion Compaq und HP seit zwei Jahren geplant

Schreiben belegt: Fiorina und Capellas turtelten einen Sommer lang

Bereits 1999 hatte Hewlett-Packard (HP; Börse Frankfurt: HWP) Compaq (Börse Frankfurt: CPQ) als Fusionspartner ins Auge gefasst. Das belegt ein 120-seitiges Schreiben des HP-Vorstandes an die US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission.

Im selben Jahr hatte auch Carly Fiorina das Ruder bei HP in die Hand genommen. Sie übernahm das Amt des President und des Chief Executive Officer vom bisherigen Chef Lew Platt. Fiorina war zuvor Präsidentin der Dienstleistungssparte Global Service Provider bei Lucent Technologies (Börse Frankfurt: LUC).

Seit 1999 lief bei HP die Balz um Compaq. „Durch einen sich verschärfenden Konkurrenzdruck 1999 musste der Vorstand von HP nach Wegen suchen, um die Zukunft des Konzerns zu sichern“, heißt es in dem Schreiben. „Teil dieses Prozesses stellte die Evaluation von strategischen Alternativen und potentiellen Fusionskandidaten dar. Besonders die Direktoren Richard Hackborn und George Keyworth machten sich für Compaq als Partner stark.“ Hackborn ist mittlerweile ausgeschieden, war damals aber für die Laserjet-Abteilung zuständig, Keyworth ist nach wie vor Chairman der Progress & Freedom Foundation.

Eine erste direkte Ansprache des Compaq-Chefs Michael Capellas durch Fiorina erfolgte im Juni dieses Jahres. Zunächst wollte die HP-Chefin die Möglichkeiten einer Lizenznahme von HPs Unix-Betriebssystem HP-UX durch Compaq ausloten. „Nach mehreren Tagen Bedenkzeit war es Herr Capellas, der auf Frau Fiorina zukam, und auf weitere Synergien zwischen den beiden Konzernen hinwies. Er wollte wissen, ob HP an einer größeren strategischen Beziehung interessiert wäre“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Am 24. Juni informierte Fiorina den restlichen Vorstand. In der Folge kam es den ganzen Sommer hindurch zu einer Reihe von Einzelgesprächen zwischen Fiorina und Capellas. Am 3. September gaben die beiden CEOs dann ihre Entscheidung bekannt. In fünf bis acht Monaten wollen beide die Unternehmen fusioniert sehen. Die vier Hauptbereiche des neuen Unternehmens gliedern sich wie folgt:

IT Abteilung: Server-, Storage- und Software-Lösungen von Compaq und HP werden in diesem Bereich zusammengeführt. Auch Management-Software fällt in dieses Segment. Das 23 Milliarden Dollar-Geschäft soll unter der Führung von Peter Blackmore, derzeitiger Executive Vice President von Sales und Services Compaq, stehen.

Services: Ein tieferes und breiteres Angebot an Diensten wie Consulting, Outsourcing sowie Support für die unternehmenseigene Infrastruktur soll hier angeboten werden. 65.000 Mitarbeiter arbeiten zukünftig in dem 15 Milliarden Dollar Business, das von Ann Livermore geführt werden soll.

Access Devices: In Zukunft will dieser Unternehmenszweig eine größere Produktpalette an PCs, Handhelds und anderen Internet-fähigen Geräten anbieten. Duane Zitzner soll das 29 Millarden Dollar-Geschäft leiten.

Imaging und Printing: Dieser Bereich bleibt laut Fiorina das Hauptanliegen. Das Aufnehmen, Teilen, Speichern und Drucken von Daten wird hier versammelt. Das 20 Milliarden Dollar-Business wird Vyomesh Joshi geführt werden.

Weitere Details und Stimmen zum Megadeal bietet ZDNet in einem Spezial.

Kontakt:
Hewlett-Packard, Tel.: 07031/140 (günstigsten Tarif anzeigen)
Compaq, Tel.: 089/99330 (günstigsten Tarif anzeigen)

Themenseiten: Business

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Fusion Compaq und HP seit zwei Jahren geplant

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *