Internet als virtuelles Gesetzbuch

Uni Münster startet erste Online-Datenbank zum transnationalen Wirtschaftsrecht

Am 26. Oktober startet die Universität Münster das „Center for Transnational Law“ (Central), die nach eigenen Angaben erste Online-Datenbank zum transnationalen Wirtschaftsrecht. Damit sollen sich Fragen klären lassen wie etwa „Was haben der Vertrag zum Bau des Kanaltunnels zwischen England und Frankreich und ein einfacher Importvertrag über wertvollen Granit zwischen einem deutschen Händler und einem chinesischen Exporteur gemeinsam?“

Im Zeichen der Globalisierung sei die mittlerweile unübersehbare Zahl nationaler Gesetze nur noch bedingt geeignet, sachgerechte Regelungen für internationale Handelsbeziehungen anzubieten. Mit Central sollen sich Anwälte, Unternehmensjuristen und international tätige Kaufleute informieren können, welche transnationalen Rechtsgrundsätze auf die von ihnen geschlossenen Verträge anzuwenden sind.

In einem mehrjährigen Forschungsprojekt habe die Juristischen Fakultät der Universität Münster unter Leitung von Klaus Peter Berger die Online-Datenbank entwickelt. Die Forschungen wurden vom Ministerium für Schule, Bildung und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Obwohl die Datenbank wie in einem Gesetzbuch gesetzesähnlich formulierte Rechtsgrundsätze enthalte, darf diese „schleichende Kodifizierung“ nach den Worten von Professor Berger nicht mit dem Erlass normaler Gesetze, etwa durch den Deutschen Bundestag, verwechselt werden. Die Nutzer der Datenbank erhielten Zugang zu über 800, zum großen Teil im Volltext verfügbaren Dokumenten aus der ganzen Welt.

Die Datenbank wird im Rahmen einer internationalen Konferenz am 26. Oktober 2001 in Münster der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

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