Musiktauschbörse schlägt zurück

Kazaa klagt seinerseits gegen die Musikindustrie

Kurz nachdem die amerikanischen Musikverbände Recording Industry Association of America (RIAA) und Motion Picture Association of America (MPAA) Klage gegen die Musiktauschbörsen Kazaa, Morpheus und Grokster eingereicht haben, hat Kazaa seinerseits Klage gegen den holländischen Musikverband Buma/Stemra erhoben. Kazaa erklärte, man sei unmittelbar vor einer Einigung mit der Organisation über offene Copyright-Fragen gestanden. Die Verhandlungen seien aber nach der Klage der amerikanischen Verbände eingestellt worden. Kazaa bezichtigte Buma/Stemra einer monopolistischen Position im Bereich des Musik-Copyrights.

Die amerikanische Musikindustrie und die Filmstudios in Hollywood hatten in der vergangenen Woche neuerlich zur Attacke gegen den Musiktausch im Internet geblasen. Im Bezirksgericht in Los Angeles haben die Recording RIAA und die MPAA Unterlassungsanträge gegen Music City, Kazaa and Grokster eingereicht.

Bei den drei Services handelt es sich um reinrassige Erben der kostenlosen Tauschbörse Napster mit einem Unterschied: Anders als bei Napster ist bei den drei Systemen keine zentrale Instanz zur Verwaltung der Downloads nötig. Die Netzwerke könnten also auch nach dem Abschalten der initiierenden Firma weiter bestehen.

Die Software für alle drei verklagten Anbieter stammt aus Amsterdam: Fasttrack beziehungsweise Consumer Empowerment nennt sich selbst eine „virtuelle Organisation“, die angestellten Programmierer stammen aus ganz Europa. Der Chef von Fasttrack, Niklas Zennström, agiert zugleich als Geschäftsführer von Kazaa. Die Klage wird damit zum internationalen Politikum.

Die neuerliche Klagewelle ist bereits die vierte ihrer Art: Bislang konnten die Film- und Musikmultis die Tauschservices Scour, Napster in seiner ursprünglichen Form sowie Aimster in die Knie zwingen (ZDNet berichtete ausführlich).

Jasper Koning von ZDNet Niederlande lieferte Informationen zu diesem Beitrag.

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5 Kommentare zu Musiktauschbörse schlägt zurück

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  • Am 11. Oktober 2001 um 9:55 von MusikMakler

    Klagen gegen Musiktauschbörsen
    Ich finde der ganze Stress mit den Musiktauschbörsen ist total übertrieben.

    Den meiste schadet das eh nich (die haben doch genug Geld) und die die keins haben sind schlecht…

  • Am 11. Oktober 2001 um 15:33 von salmonelle

    die musikverbände werden es nie verstehen…
    als ob file-sharing tools die ganze musik-industrie in den ruin stürzen würden – ist doch schwachsinn. auch, wenn man sich umsonst ganze alben "saugen" kann, so kauft man sich doch ab und zu noch ne CD, denn da gibt es ja auch noch CD-Design, Cover bzw. Booklet usw..

    mit den klagen wird sowieso nichts gewonnen, denn wie schon im artikel erwähnt kann zbsp. morpheus noch nach schliessung der firma weiterexistieren, wenn dann das programm verboten wird gibt es halt n neues prog, dass sich "trinity" oder "Dorpheus" nennt.

  • Am 11. Oktober 2001 um 17:07 von Matthias

    Musik
    Musiktausch ist keine Erfindung des Internets und so alt wie die Möglichkeit Musik aufzuzeichnen. Sicher gibt es durch das Internet eine neue Qualität aber anstatt mit Innovationen voranzuschreiten bremst die Musikindustrie den Fortschritt und baut Modelle auf, die alles andere als atrraktiv sind um vorhandene Pfründe in die Neuzeit zu retten. In hundert Jahren werden sich die Menschen totlachen, ob des Kampfes gegen die Windmühlen, den die Musikindustrie führte. Es ist doch schon heute ziemlich lustig, das z.b. Sony gegen Musiktausch im Netz vorgeht und gleichzeitig die CDR’s und CD-Recorder verkauft, welche den Musiktausch erst möglich machen (wenn mann mal von Festplatten absieht). Natürlich wird Sony über kurz oder lang auch einen DVD-Recorder im Programm haben und an sich selbst den GEMA Obulus zahlen.

    Sorry aber wer hier nicht wenigstens grinst ist selbst schuld….

    MfG Matthias

  • Am 25. Dezember 2001 um 19:07 von silversurger

    musiktauschbörse
    die musikindustrie ist selbst schuld. wenn sie reagieren würden und die preise senken würden , dann kaufen sich die leute wieder mehr cd’s. aber so lange noch manche cd’s sogar mehr als 40 DM kosten, kann ich es gut verstehen , wenn man sich die lieder aus dem internet saugt.

  • Am 18. Januar 2002 um 11:35 von peter strobel

    kazaa
    hallo freunde der musik,die musikindustrie und die filme macher, verdienen milliaren von dollar!!

    sicher muß ein sänger oder schauspieler alles geben um oben zu bleiben, aber für eine cd oder einen film millionen zu verdienen, halte ich für überbezahlt und für eine ausbeutung des konsumenten, der den preis bezahlen muß!!!

    also wir alle die normale bevölkerung ,zahlen den luxus der manager und der stars und dann verbieten sie die programme,wo wir ein par euro sparen können,für uns,die keine milarden im jahr verdienen!!die reichen werden immer reicher und die armen immer ärmer!! denkt darüber nach meine freunde. gruß, peter aus münchen

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