GMX händigt BKA Daten aus

Die Ermittler haben im Fall der gehackten Mailing-Liste mit mutmaßlichen Islamisten die Spur aufgenommen

Der kostenlose E-Mail-Dienstleister GMX hat die Namen und Adressen von Kunden, die auf einer Newsletter-Empfängerliste für radikale Islamisten gefunden wurden, an das Bundeskriminalamt (BKA) weitergegeben. GMX-Sprecher Stefan Vollmer erklärte gegenüber ZDNet: „Generell dürfen wir nur Daten auf eine richterliche Anordnung hin aushändigen. Das war hier der Fall. Es handelte sich um einige wenige Datensätze, die wohl nur aus Name und Adresse bestanden.“

Am Samstag hatte ein Hacker einen deutschen Ableger einer britischen Site von radikalen Islamisten geknackt und die Namen von rund 500 Empfängern eines Newsletters auf einen Schweizer Server ins Netz gestellt (ZDNet berichtete).

Der Hacker zog es vor, anonym zu bleiben. Der einzige Hinweise auf ihn sind seine eigenen Worte, die er der Mailing-Liste mit auf den Weg gab: „Ein wenig musste ich mich schon anstrengen,“ erklärte der Hacker, „aber eigentlich war da gar kein Hindernis.“ Am Ende der Reihe von Namen schreibt er weiter: „hier kommen noch einige wenige, aber das ist nach dem Attentat in NY, daher schneide ich diese Leute ab. Ich will damit die Privatsphäre von ‚Neugierigen‘ schützen!“

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ist eine der veröffentlichten E-Mail-Adressen dem 26-jährigen Harburger TU-Student Said Bahaji zuzuordnen, der als einer der logistischen Drahtzieher des Terroraktes vom 11. September gelte. Er habe nach Erkenntnissen des BKA den Todespiloten die Visa für den US-Flug besorgt und in Hamburg eine der Terroristen-Wohnungen angemietet.

In der Hackerszene kursiert nach Auskunft des Chaos Computer Clubs (CCC) im Moment ein Aufruf, Websites und andere über das Internet erreichbaren Kommunikationssysteme in islamischen Ländern beziehungsweise bei islamischen Organisationen zu zerstören. Dies sei als Reaktion auf die unfassbaren Mordanschläge in den USA gedacht. Der Chaos Computer Club sprach sich gegen diesen Aufruf aus und forderte dazu auf, diesen und ähnliche Pamphlete zu ignorieren. „Wir stehen hilflos vor der Macht der Zerstörung. Aber wir glauben an die Macht der Kommunikation, die sich letztendlich immer als positiver und stärker gezeigt hat als Hass“, so der CCC-Sprecher Jens Ohlig.

ZDNet hat alle Meldungen zu den Terror-Attacken und ihren Folgen für die IT-Branche in einem News-Report zusammengefasst.

Kontakt:
GMX, Global Message Exchange., Tel.: 089/143390 (günstigsten Tarif anzeigen)

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