Studie: Geschäftsanwendungen sind die Killer-Applikationen

Unternehmen könnten WAP- oder SMS-Dienste nutzen / Wirtschaftsforscher rechnen bis 2005 mit Marktvolumen von zwei Milliarden Euro

Die gesamte Mobilfunkbranche ist auf der Suche nach der Killerapplikation für die kommende Handy-Generation. Die Visionen versperren jedoch den Blick auf Anwendungen, die bereits heute möglich sind und hemmen die Bereitschaft, in diese Lösungen zu investieren. Das ist das Fazit des Berliner Marktforschungsinstituts Berlecon Research.

Laut seiner aktuellen Studie soll das Augenmerk daher weniger auf die B2C-Visionen gerichtet werden, als vielmehr auf mobile Geschäftsanwendungen. Diese würden schon jetzt erhebliches Marktpotenzial bieten, so die Untersuchung.

„Ob wir demnächst auf dem Heimweg in der U-Bahn Kinotrailer auf dem Handy sehen werden, steht noch in den Sternen“, sagte die Berlecon-Analystin Nicole Dufft. Unklar sei auch, ob private Kunden an solchen Lösungen überhaupt interessiert sind und vor allem, ob sie bereit sind, dafür zu bezahlen. Mit mobilen Geschäftsanwendungen werden hingegen schon heute Umsätze generiert, und der Markt verspricht, zu einem der wichtigsten Wachstumssegemente im Mobile Business zu werden, glaubt die Analystin.

Die Studie zeige, dass für die Optimierung vieler mobiler Arbeitsabläufe in Unternehmen gar keine hohen Bandbreiten nötig seien. Bereits ohne UMTS gebe es eine Vielzahl von Lösungen auf WAP- oder SMS-Basis. Laut Dufft könnte eine mögliche Anwendung so aussehen: „Ein Außendienstmitarbeiter wird per SMS über seinen nächsten Einsatzort informiert. Beim Kunden kann er per WAP die Verfügbarkeit eines Produkts abfragen. Die gewünschte Produktbeschreibung wird über die WAP-Anwendung angefordert und auf dem Drucker des Kunden ausgedruckt. Entscheidet dieser sich für das Produkt, werden die Bestelldaten in den PDA eingegeben und direkt an das Warenwirtschaftssystem des Unternehmens übermittelt. Die Bestellung wird bearbeitet und die Ware auf den Weg geschickt.“

Laut Berlecon Research wird in diesem Markt erfolgreich sein, wer Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen wie Mobilfunk, Systemintegration und Anwendungsentwicklung bündeln und seinen Kunden integrierte Lösungen anbieten kann.

Die Wirtschaftsforscher haben in ihrer aktuellen Untersuchung 80 Anbieter in Deutschland systematisiert, die bereits heute Technologien für den mobilen Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk bereithalten. Die Wirtschaftsforscher rechnen allein für Deutschland bis zum Jahr 2005 mit einem Marktvolumen von 1,5 bis 2 Milliarden Euro in dieser Branche. „Wichtig für die Positionierung ist allerdings, dass es den Anbietern gelingt, die potenziellen Kunden vom Nutzen der Lösungen zu überzeugen“, so Nicole Dufft.

Kontakt:
Berlecon Research, Tel.: 030/2852960 (günstigsten Tarif anzeigen)

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1 Kommentar zu Studie: Geschäftsanwendungen sind die Killer-Applikationen

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  • Am 20. September 2001 um 12:58 von expocityvoice

    oh, armes Deutschland!
    Eine Nation, deren Kommunikation sich ja heute schon in der Versendung von SMS oder eMail erschöpft.-

    Heutzutage müssen die Dichter bei ihren Lesungen schon ihre eigenen Bücher kaufen, damit der Verlag überhaupt Umsatz macht!

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