Internet und SMS als Rettungsanker in der Katastrophe

Das Web bot als einziges Medium die Möglichkeit für schnelle Hilfe / Telefonleitungen waren tot

E-Mail, Chats, Instant Messaging und das Posten von Nachrichten auf Sites haben sich nach den verheerenden Anschlägen in den USA als verlässlichstes Kommunikationsmittel erwiesen. Mobiltelefone und Telefonleitungen waren unmittelbar nach den Anschlägen blockiert. „Telefonisch konnte man niemanden erreichen, also haben sich die Leute über E-Mail nach ihren Freunden und Verwandten erkundigt“, sagt die Journalistin Lisa Napoli in San Francisco.

Die Telefonleitungen waren laut Experten überlastet. „Bundesweit haben wir gegenüber normalen Tagen eine Erhöhung des Internet-Verkehrs von Deutschland in die USA um den Faktor 40 verzeichnet“, erklärte noch gestern Abend der Sprecher Stephan Broszio von der Deutschen Telekom (Börse Frankfurt: DTE) gegenüber ZDNet. Wie auch alle anderen Provider dieser Welt nutzte die Telekom jede freie Server-Kapazität für die Erreichbarkeit von Nachrichtenportalen. Das Internet sucht sich bei verstopften Leitungen oder abgestürzten Servern bekanntlich alternative Wege.

Das Web habe sich wie berichtet nach den Anschlägen am Dienstag Morgen schnell wieder erholt und am Abend schon wieder so gut wie normal funktioniert, berichtet die Technologiefirma Matrix.Net. Dabei bestand wie gestern abend noch von ZDNet berichtet den ganzen Tag über die Gefahr eines Zusammenbruchs: Der Großteil des transatlantischen Datenverkehrs läuft über New York, genauer über ein Gebäude in der Hudson Street, unweit des World Trade Center. Wäre dieses Gebäude zerstört worden wäre mit einer Verlangsamung des Datenverkehrs um wenigstens 20 Prozent zu rechnen gewesen.

Viele New Yorkers nutzten Postings oder die elektronische Post, um Lebenszeichen von sich zu geben. „Es gibt keine Telefonverbindungen nach oder aus Manhattan heraus, wir können nur über E-Mail kommunizieren. Wir sind OK“, stand etwa in einer Mail aus dem Equitable Building zu lesen. Das Marriott Hotel in Manhattan ließ über seine Site verlauten: „Das Hotel wurde evakuiert. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um der Situation Herr zu werden. Wir bieten neue Informationen, sobald wir sie erhalten.“

Viele Einwohner der Metropole trafen sich im IRC, wo sie neueste Nachrichten und Befürchtungen austauschten. Mittlerweile finden sich die Foren unter der Bezeichnung „Worldtradecenter,“ „Wtc“ oder auch „Terrorist-moderated“. Instant Messaging erwies sich als neue, unmittelbare und verlässliche Kommunikationsplattform. America Online (AOL; Börse Frankfurt: AOL) berichtete von einem noch nicht bezifferten aber enormen Anstieg in der Nutzung des IM.

Erstmals wurden amerikanische Bürger durch das Desaster auch an das in den Staaten verpöhnte SMS herangeführt: Der Mobilfunkanbieter Voicestream Wireless bat seine Kunden, ob der überlasteten Kanäle auf Textbotschaften überzugehen.

Gestern waren kurz vor neun Uhr Ortszeit zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York gerast. Wenige Zeit später schlug ein dritter Flieger im US-Verteidigungsministerium ein, es kam zu weiteren Anschlägen. Das World Trade Center ist inzwischen komplett eingestürzt. Über die Zahl der Toten und Verletzten ist ebenso wenig bekannt wie über Ursache und Hintergründe der Terrorakte.

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