HP kauft Compaq für 50 Milliarden Mark

Zweitgrößter Computerhersteller der Welt entsteht / Beide Unternehmen bestätigen Berichte

HP (Börse Frankfurt: HWP) will Compaq (Börse Frankfurt: CPQ) übernehmen: Der Traditionskonzern bot für den Rivalen 25 Milliarden Dollar in Aktien. Es wäre eine der größten Fusionen in der Industriegeschichte.

Laut einer gemeinsamen Erklärung strebt HP damit eine internationale Führungsrolle in der Computerindustrie an. Der neue Konzern hätte den Angaben zufolge einen Umsatz von 87 Milliarden Dollar (rund 180 Milliarden Mark). Die bisherige HP-Chefin Carly Fiorina soll auch weiterhin das Unternehmen führen. Die Vorstände beider Unternehmen gaben den Angaben zufolge bereits grünes Licht für die Fusion.

Sie soll Anfang 2002 besiegelt werden. Seinen Sitz soll der neue Konzern im kalifornischen Palo Alto haben. Zuvor hatten die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ über die bevorstehende Fusion berichtet. Damit würde das weltweit zweitgrößte Computerunternehmen hinter IBM (Börse Frankfurt: IBM) geschaffen.

HP und Compaq verkaufen zusammen mit dem Hersteller Dell (Börse Frankfurt: DLC) weltweit die meisten Personal Computer.

„Das ist eine bedeutende Weichenstellung, die es uns möglich macht, unsere Strategie zu verbessern und unseren Kunden und Partnern bessere Angebote machen zu können“, erklärte Fiorina in einem Statement. Compaqs CEO Michael Capellas zeigte sich überzeugt, dass durch diesen Schritt die „Stellung im Wettbewerb grundsätzlich verändert wird“.

Wer Aktien von Compaq besitzt, soll 0,6325 neue HP-Aktien dafür erhalten. Am gemeinsamen Unternehmen wird HP 64 Prozent und Compaq 36 Prozent unterhalten. Hauptsitz soll das kalifornische Palo Alto sein, wo bisher HP sitzt. Compaqs Firmensitz in Houston, Texas, soll eine „bedeutende Stellung“ behalten.

HP erwartet sich vom Kauf des Konkurrenten Einsparungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Dollar jährlich. Zusammen wird das fusionierte Unternehmen Niederlassungen in 160 Ländern mit insgesamt 145.000 Mitarbeitern haben.

Analysten gehen davon aus, dass Entlassungen unausweichlich sind. Sie rechnen außerdem damit, dass der Deal von Justizministerium und Kartellbehörden unter Beschuss genommen werden wird.

Die letzte große Übernahme eines PC-Herstellers liegt drei Jahre zurück: 1998 übernahm Compaq Digital Equipment für 9,6 Milliarden Dollar.

Kontakt:
Hewlett-Packard, Tel.: 07031/140 (günstigsten Tarif anzeigen)
Compaq, Tel.: 089/99330 (günstigsten Tarif anzeigen)

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