T-Mobile-Börsengang soll 10 Milliarden Euro bringen

Sommer: "Habe keine Gelbe Karte gezeigt bekommen"

Nach drastischem Kurssturz, Rekordschulden und einem Halbjahresverlust in dreistelliger Millionenhöhe will die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) mit dem Börsengang von T-Mobile wieder auf Erfolgskurs gehen. Die Börseneinführung der Mobilfunktochter sei für das kommende Jahr geplant, sagte Telekom-Chef Ron Sommer in Berlin. Das Unternehmen hofft dabei auf Einnahmen von zehn Milliarden Euro (19,6 Milliarden Mark). Drohende Massenverkäufe von T-Aktien will Sommer durch Gespräche mit möglichen Verkäufern in den Griff bekommen.

Ursprünglich sollte T-Mobile bereits im vergangenen Herbst an die Börse gehen. Die Telekom hatte den Termin damals aber mit Blick auf die langwierige Eingliederung von Voicestream verschoben. Sommer wies Kritik an seinen Managerqualitäten zurück: Er habe nichts unversucht gelassen, um Verkäufe von Großaktionären nach der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream in den Griff zu bekommen. Für die Zukunft gebe es nun „lediglich“ 170 Millionen Aktien, „die potenziell an den Markt gebracht werden könnten“.

Anfang September und Anfang Dezember fallen die von der Telekom bei der VoiceStream-Übernahme vereinbarten Haltefristen für weitere etwa 500 Millionen T-Aktien. Risikofaktor ist das Hongkonger Unternehmen Hutchison Whampoa, das allein ab 1. September 82,6 Millionen T-Aktien verkaufen könnte. Sommer versicherte, die Telekom sei mit dem Unternehmen „im Gespräch“.

Sommer bestätigte, zu einem „Routinegespräch“ mit Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zusammengetroffen zu sein, um über die Lage bei dem weitgehend noch dem Bund gehörenden Unternehmen zu beraten. Dass er von Eichel die „Gelbe Karte“ gezeigt bekommen habe, wie von der „Financial Times Deutschland“ berichtet, wies Sommer zurück.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz der Telekom um 17 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Beim Ergebnis hinterließen die hohen Kosten für den neuen UMTS-Mobilfunkstandard unterdessen deutliche Spuren: In den ersten sechs Monaten blieb für den Konzern unter dem Strich ein Verlust von 349 Millionen Euro. Der Schuldenberg wuchs seit Ende März etwa ein Fünftel auf zuletzt 65,5 Milliarden Euro. Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick sagte, das Unternehmen wolle seine Verschuldung bis Ende 2002 um knapp ein Viertel auf 50 Milliarden Euro reduzieren.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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