Mannesmann-Übernahme: Ermittlungen auch gegen IG-Metall-Chef

Bericht: Klaus Zwickel gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft / Auch Betriebsratsvorsitzender unter Verdacht

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt im Zusammenhang mit den Millionenabfindungen beim ehemaligen Mannesmann-Konzern angeblich auch gegen IG-Metall-Chef Klaus Zwickel. Gegen Zwickel sei wegen des Verdachts der Untreue ein Verfahren eingeleitet worden, berichtet der „Spiegel“.

Seit Monaten sind Ermittlungen gegen den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser wegen Untreueverdachts bei der Übernahme des Düsseldorfer Konzerns durch den britischen Konkurrenten Vodafone im Gange. Esser soll eine Abfindung von 60 Millionen Mark erhalten haben. IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich sagte in Frankfurt am Main, er könne ein Ermittlungsverfahren gegen Zwickel nicht bestätigen. Zugleich wies er den Untreue-Vorwurf zurück.

Neben Zwickel leitete die Staatsanwaltschaft nach Angaben des „Spiegel“ auch ein Verfahren gegen den früheren Mannesmann-Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Ladberg ein. Beide seien Mitglieder im so genannten Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten gewesen, der „in nur wenigen geheimen Sitzungen die Firmenkasse um 160 Millionen erleichterte“. Das Geld sei dann „großzügig auf Mannesmann-Manager und Mannesmann-Pensionäre“ verteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft versucht derzeit zu klären, ob Esser und weitere Manager ihren anfänglichen Widerstand gegen die Mannesmann-Übernahme nur aufgegeben haben, weil ihnen von Vodafone millionenschwere Abfindungen versprochen wurden. Nach „Spiegel“-Informationen beschlossen der Deutsche-Bank-Vorstand Josef Ackermann, Ladberg und Zwickel am 27. März vergangenen Jahres in dem Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten, 18 früheren Vorständlern im Rahmen einer Pensionsabfindung rund 60 Millionen Mark zu zahlen.

Dies sei wenige Tage geschehen, bevor Vodafone die Kontrolle über Mannesmann übernommen habe. Ein Ermittler sagte laut „Spiegel“ dazu, sollte es sich herausstellen, dass es für die Zahlung an die Pensionäre keine Rechtsgrundlage gegeben habe und „sie eher willkürlich geleistet“ worden sei, „wäre damit eindeutig der Tatbestand der Untreue erfüllt.“ IG-Metall-Sprecher Eilrich nannte eine Verbindung zwischen der Esser-Abfindung und den Pensionsabfindungen „unseriös“. Diese hätten auf einzelvertraglichen Regelungen beruht.

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