Gravenreuth gegen Schumacher-Bevollmächtigten

Die Abmahnung der Formel Eins-Fan-Site von Micha Stanka bringt einen Showdown der Rechtsanwälte

Im Fall der Abmahnung des 18-jährigen Michael Stanka, Betreiber von Michas Formel1-Site zeichnet sich eine unerwartete Wendung ab: Der Onkel des Abgemahnten, Ernst Gierer, hat auf Anraten von Advograf-Betreiber Alexander Kleinjung den Münchner Anwalt Günther Freiherr von Gravenreuth als Rechtsbeistand beauftragt. Sowohl Gravenreuth als auch der Bevollmächtigte von Michael Schumacher, Nils Harder, tauchen in der Abgemahnt-Übersicht von Freedom for links auf.

Gravenreuth erstellte ein Rechtsgutachten im Auftrag von Gierer. Darin heißt es unter anderem, das Gesetz schütze zwar Künstlernamen, „mir ist jedoch nicht bekannt, dass Herr Michael Schumacher unter dem Künstlernamen ‚Micha‘ auftreten würde.“ Auch einen Unterlassungsanspruch kann Gravenreuth seiner Ansicht nach nicht erkennen, weil „die Unternehmenstätigkeitsfelder der Parteien so weit voneinander entfernt sind, dass eine Verwechslungsgefahr – auch über eine Domain-Adresse im Internet – nicht in Betracht kommt.“

Der Anwalt des abgemahnten Schülers kommt zu dem Schluss: „Zusammenfassend kann man den angekündigten gerichtlichen Schritten in Ruhe entgegensehen.“ Schumachers Anwalt Harder erklärte im Gespräch mit ZDNet, für ihn sei Michael Stanka nicht als Betreiber der Site einsichtig gewesen, sondern nur die Firma dessen Onkel Ernst Gierer. Harder: „Ich bin zufällig auf die Site gekommen und für mich war sowohl als Inhaber der Site als auch im Impressum der Page als Betreiber ausschließlich die Penco Elektronik erkennbar. Daher habe ich auch meine Abmahnung an diese Firma geschickt.“

Themenseiten: Business

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Gravenreuth gegen Schumacher-Bevollmächtigten

Kommentar hinzufügen
  • Am 17. August 2001 um 16:39 von m

    off-topic
    Nö, "Micha" ist ja schließlich auch nicht Schumachers Künstlername.

    Der lautet offiziell "der Mischael"…

  • Am 18. August 2001 um 12:54 von IT-Jurist

    Zum Streiten gehören immer Zwei
    Oft genug werden Website-Betreiber zu unrecht abgemahnt.

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Domain-Piraten denen Einhalt geboten werden muss.

    In diesem Fall hier kann zwar keine Rede von Domain-Piraterie seitens Penco oder Michael Stanka die Rede sein. Jedoch liegen die Dinge nicht ganz so, wie diese Partei den Sachverhalt darstellt.

    Die Seite hat gar kein eigenes Impressum sondern der Link mit dem Namen Impressum führt auf die Seite der Penco Elektronik. Dort sind zwar Michael Stanka und Ernst Gierer als Redakteure und Betreiber der Seite aufgeführt jedoch in einem Rahmen der darauf schliessen lässt, dass Penco Elektronik die Formel1-Seite ebenfalls mitbetreibt.

    Penco ist ebenfalls im Fuss der Seiten mit einem Copyright eingetragen.

    In der Denic Datenbank (www.denic.de/servlet/Whois) ist eindeutig die Firma Penco als Domaininhaber der Domain michas-formel1-seite.de aufgeführt. Als Admin-C der Domain ist Ernst Gierer eingetragen.

    Der Name Michael Stanka taucht in der Denic-Datenbank in Zusammenhang mit der o.g. Domain niemals auf. Jedoch sind es genau die Daten der Denic, die im Zweifel für die Rechtssprechung ausschlaggebend sind.

    Auf der anderen Seite versucht Michael Schuhmacher hier, eine Seite, die rundum Informationen zur Formel 1 bietet und die selbst eigentlich kaum gewinnbringend sein dürfte zu schliessen.

    Deshalb gibt es eigentlich nur einen Schluss: dass hier eine Firma versucht hat, unter Ausnutzung eines Prominenten für sich selbst Werbung zu machen. Denn die Werbung für Penco kommt auf der Formel-1 Seite nicht zu kurz. Der Name "Micha" ist zwar kein Künstlername von Michael Schuhmacher, jedoch ist "Micha" eine allgemein gängige Kurzform des Namens "Michael".

  • Am 20. August 2001 um 11:43 von Michael

    Die spinnen doch, die Anwälte …
    Also, ich könnte das alles ja verstehen, wenn die Seite ‚www.schumis-formel1-undsoweiter‘ heissen würde.

    Dass der Name ‚Micha‘ öffentlich nicht gebraucht werden darf/soll, nur weil es Schumi gibt, ist klar ein Benachteiligung aller Micha’s!!!!

    Das geht zu weit.

    Weiss der Schumi eigentlich, was hier läuft? Wenn ja, dann bitte ein wenig mehr Toleranz.

    Michael

  • Am 28. August 2001 um 0:35 von Michael Pischel

    Sch**** muß ich mir jetzt doch ’nen anderen….
    …Namen zulegen ?

    Formel-1 Fan bin ich dummerweise auch noch,… Muß ich mich wohl demnächst Mikka nennen,… <g> Schumi,.. können ’se ruhig noch dieses Jahr von der Mauer abkratzen,…

    Was wären die ganzen Stars ohne Ihre Fans ?

    Arm, denn dann kann man kein Geld mit abmahnungen wegen zugeständnissen verdienen.

    Achso,… dieser Text unterliegt dem Copyright,… wer diesen Text ließt, ohne vorher 100€ auf mein Konto zu überweisen, muß mit einer Abmahnung rechnen. Streitwert: 1 Tasse Kaffee <ggg>

    BTW: Wem gehört eigentlich NET, WEB und das @ ?

  • Am 13. Mai 2009 um 10:59 von Thomas Goldberg

    Jetzt ist auch ein Familienvater an der Reihe
    Offensichtlich hat Michael Schumacher keine Ahnung, was seine Anwälte mit ihren Vollmachten so treiben.
    Nun geht es dem Betreiber des F1-Forum.de auch an den Kragen. Ihm wird vorgeworfen, dass er einen rechtswidrigen Beitrag über den Sohn von Hr. Schumacher nicht unverzüglich nach Kenntnisname gelöscht hat.
    Schaut mal hier vorbei: http://www.f1-forum.de/_forum/thread.php?threadid=316&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=1
    dort steht einiges geschrieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *