Eine Million kopiergeschützter CDs im Umlauf

Midbar will nach Europa bald auch auf den US-Markt expandieren / Angaben über Titel fehlen

Das israelische DRM-Unternehmen (Digital Rights Management) Midbar hat am Mittwoch mitgeteilt, mittlerweile sei eine Million kopiergeschützer CDs in Europa im Umlauf. Bereits vor Wochen hatte man einen Feldversuch bekannt gegeben, jedoch nicht veröffentlicht, mit welchem Plattenlabel der Versuch durchgeführt wird. Der Eintritt auf den US-Markt sei aktuell in der Diskussion.

Die aktuell eingesetzte Technologie sei eine überarbeitete Version des „Cactus Data Shield“-Verfahrens, das in seiner Ur-Version bereits beim missglückten BMG-Versuch vergangenes Jahr zum Einsatz kam. Dabei gab es oftmals nicht nur Probleme beim Abspielen von kopiergeschützten CDs in CD-Laufwerken (wie vorgesehen), sondern auch in älteren Playern. Mittlerweile soll es aber möglich sein, die Scheiben ohne Qualitätsverlust abzuspielen – egal auf welchem Player.

Analysten sind allerdings skeptisch, ob das Konzept für die Plattenfirmen aufgeht: „Es ist äußerst schwierig eine Kopierschutz so zu implementieren, dass er auf jedem Abspielgerät funktioniert“, sagte der Jupiter-Analyst Aram Sinnreich. Ein bereits vorhandenes unüberschaubares Arsenal von CD-Playern der unterschiedlichsten Bauart ist dabei nicht gerade förderlich. Sinnreich erklärte, selbst wenn die technische Umsetzung des Kopierschutzes funktioniere, sei es fraglich ob die Kunden mitziehen: „Wenn eine Branche von einem Standard zum nächsten übergeht, kommt es darauf an, dem neuen Format eine Verbesserung hinzuzufügen. Man muss schon etwas hergeben, um auch etwas zu bekommen.“ Die Kunden müssten einen klaren Vorteil darin erkennen können, wenn sie auf das Recht zu Kopieren verzichteten.

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3 Kommentare zu Eine Million kopiergeschützter CDs im Umlauf

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  • Am 27. September 2001 um 8:45 von dolf !!!

    kopiergeschützte cd´s ????
    welchen " vorteil " soll der kunde denn haben ???

    bis jetzt seh ich nur nachteile !!!!

    1. eventuell laufen die cd´s nicht !!!

    2. das recht auf ne private kopie wird mir vorenthalten !!!

    also ich seh da keine vorteile !!!

    solche machwerke sollte man nicht kaufen !!!

    mfg dolf !!!

  • Am 27. September 2001 um 11:37 von I. Anan

    copiergeschützte cd gekauft!!!!!
    Ich habe am Montag die neue doppelt CD 20 Jahre PUR für meine Freundin gekauft und ich habe die CD versucht über den PC laufen zu lassen aber ich habe keinen Ton gehöhrt. Ich habe versucht über mehrere Programme es laufen zu lassen(Real, Media P, Winamp, u.s.w).

    Das einzige was ich zu sehen bekam waren nur die Titel, ohne Sound.

    Und dafür habe 45 DM gezahlt, und ich kann sie noch nicht mal über den PC höhren. SUPER.

    Ich finde wenn man schon nicht in den vollen Genuss kommt dann sollen Sie auch die Preise senken.!!!

  • Am 26. Oktober 2001 um 13:42 von Thomas Ehret

    Kopierschutz
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    solange Firmen wie Sony versuchen, daß Fell des Bären zweimal zu verteilen, indem sie sowohl Audio CD’s,zu wie ich im Vergleich zu den USA finde total überteuerten Preisen, vertreiben und gleichzeitig mit CD-Brennern und Rohlingen auch einen nicht zu unterschätzenden Profit einfahren, finde ich es nicht mehr als Recht, daß sich der Musikfreund auch zweigleisig bewegt, und sich sowohl CD’s kauft, als auch bei gegebenr Möglichkeit kopiert. Gleiches Recht für Alle nenne ich dies.

    Ich persönlich habe mir vorgenommen, und auch schon damit begonnen, alle Geräte in meinem Haushalt, die das Label SONY tragen auszutauschen. Ich finde es eine absolute Unverschämtheit, daß ausgerechnet ein Hersteller wie SONY der Vorreiter auf dem Sektor Kopierschutz ist, und immer noch fleißig Kohle von den Käufern von Sony-Brennern (über deren Nutzen man ja bekanntlich streiten kann) und Rohlingen einstreicht, so ein Verhalten sollte eigentlich vom Verbraucher nachhaltigst Abgestraft werden.

    Die Künstler, um deren Eigentum es ja wohl bei den kopierten Werken in erster Linie geht, hört man zu diesem Thema fast gar nicht, woran liegt denn das? Vielleicht daran, daß den Hauptreibach im Endeffekt ja dann doch die produzeierenden Firmen und Labelk machen, und der Künstler auch durch Kopierte CD’s seine Fangemeinde vergrößert, was sich dann wohl wieder an steigenden Umsatzzahlen bei Konzerten, neuen CD’s etc. beweisen lassen müßte.

    Ich spreche hier nur für den kleinen Einzelverbraucer, der seine Freude hat, wenn er von einem Bekannten einmal eine CD bekommt ohne gleich wieder zwischen 30 und 40 DM abdrücken zu müßen. Was er vielleicht gar nicht machen würde, wegen einem oder 2 Hits eine ganze CD kaufen, ich weiß nicht, ich würd das in vielen Fällen nicht machen.

    Was zu verurteilen ist, ist die Massenproduktion von Raubkopien zu kommerziellen Zwecken, aber ich finde das wäre die Aufgabe der Behörden, diesen Vorgängen einen Riegel vorzuschieben und nicht mal wieder eine Sache die auf den Schultern des kleinen Mannes ausgeführt wird.

    mit freundlichen Grüßen

    Thomas Ehret

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