Aktivierung von Windows XP entschlüsselt

Berliner Start-up berichtet von zehn unterschiedlichen Hardwaremerkmalen / "Unbedenklichkeit der erfassten Daten" bescheinigt

Das Berliner Start-up-Unternehmen Fully Licensed, Spezialist für Kopierschutz und digitale Wasserzeichen, hat Details von Microsofts (Börse Frankfurt: MSF) kommender Aktivierungstechnologie für Windows XP herausgefunden.

Für viele Kritiker enthielt das Verfahren die Gefahr der totalen Überwachung der Anwender, da zur Erzeugung der Installations-ID des individuellen Nutzers im Rechner vorhandene Hardware-Komponenten herangezogen werden. Welche das sind, will Fully Licensed herausgefunden haben. „Wir beenden damit die Spekulationen über das mögliche Ausspähen von Hardwarekonfigurationen, installierter Software oder gar persönlicher Daten“, so der technischer Geschäftsführer Thomas Lopatic.

Nach einer umfassenden technischen Analyse der „Windows Product Activation“ einer Vorabversion Release Candidate 1 von Windows XP stellte das Unternehmen nach eigenen Angaben fest, dass neben unbedenklichen Informationen zur eingesetzten Hardware lediglich die Seriennummer der erworbenen Kopie von Windows XP offen gelegt wird.

Zudem deckten die Firma angeblich auf, dass zwar zehn unterschiedliche Hardwaremerkmale die an Microsoft übertragene eindeutige Hardwarekennung bestimmen. Ausgehend von der Hardwarekennung seien jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächlich vorhandene Hardware möglich. Die einzige weitere übertragene Information sei die Produkt-Identifikation. Sie wird als eine Art Seriennummer mit den Windows XP-CD-ROMs ausgeliefert.

Experten befürchteten zudem, eine Änderung der PC-Konfiguration mache eine Neuregistrierung notwendig. Doch Fully Licensed erklärte, „typische Hardware-Updates“ seien problemlos. „Erst nach einer Änderung von mehr als drei der berücksichtigten zehn Hardwaremerkmale – beispielsweise durch einen Austausch der Festplatte, des CD-ROM-Laufwerks und des Mikroprozessors, sowie einer Aufrüstung des Hauptspeichers – ist eine erneute Aktivierung erforderlich. Bei Notebooks mit Docking-Station ist die Regelung noch etwas liberaler“, so Lopatic.

„Angesichts der Unbedenklichkeit der erfassten Daten sind wir erstaunt, dass Microsoft nicht offener über den Aktivierungsmechanismus informiert“, fügte der kaufmännische Geschäftsführer Matthias Kunze hinzu. Microsoft hatte erstmals im Februar dieses Jahres seine Aktivierungstechnologie vorgestellt und nur vage Angaben zum Vorgehen und den Motiven geliefert (ZDNet berichtete). Hauptsächlich wolle man mit dieser Maßnahme das Raubkopieren in kleinen und mittleren Unternehmen unterbinden. Die Aktivierung muss vor dem 51. Programmstart erfolgen. Die ersten zwei Mal lässt sich dieser Vorgang online erledigen. Mit einer Dialogbox fragt Microsoft ab, ob die Registrierung über Telefon oder Internet erfolgen soll.

Wer sich für die Online-Variante entscheidet, muss dann angeben, in welchem Land die Lizenz verwendet wird und kann „freiwillig Kontaktdaten“ mitteilen. Die Registrierung per Telefon gestaltet sich wie folgt: Der Anwender wählt eine länderspezifische gebührenfreie Hotline, die laut Microsoft rund um die Uhr mit Mitarbeitern besetzt ist. Anschließend sieht er zum ersten Mal seine Installations-ID, die aus einer fünfstelligen, sieben sechsstelligen und einer zweistelligen Ziffernfolge bestehen wird. Diese Zahlenreihe muss über das Telefon durchgegeben werden. Anschließend erhält der Nutzer sieben Zahlenfolgen zurück, die er in freie Felder hinter mit den Buchstaben A bis G gekennzeichnete Flächen einträgt.

ZDNet informiert umfassend in einem Spezial über das angekündigte Betriebssystem Windows XP. Dort findet man sämtliche Informationen sowie Tests, Anwendungen, Screenshots und einiges.

Kontakt: Microsoft, Tel.: 089/31760 (günstigsten Tarif anzeigen)

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