Wurm sucht nach Trojaner-infizierten PCs

US-Infrastrukturzentrum hat Angst vor einer groß angelegten Denial of Service-Attacke

Das National Infrastructure Protection Center der USA hat jetzt vor dem so genannten W32-Leaves-Wurm gewarnt. Anlass ist die Funktion des Codes: Der Wurm sucht nach erfolgreicher Infektion auf dem Wirts-Rechner nach dem berüchtigten und am weitest verbreiteten Trojaner Sub Seven. Wird er fündig, synchronisiert er die innere Uhr des Rechners mit der Zeitangabe des U.S. Naval Observatory.

Zudem versucht das schädliche Tool, Informationen über den infizierten PC an eine mittlerweile vom Netz genommene Site zu senden. „Wir haben in den vergangenen 48 Stunden drei Infektionen gesehen“, sagte der Chef der Forschungsabteilung beim Antiviren-Software-Hersteller Network Associates (Börse Frankfurt: NAI), Vincent Gullotto. „Deshalb haben wir ihn erst einmal als mittleres Risiko eingestuft.“

Die Mitarbeiter des US-Infrastructure Protection Centers sehen den Fall aber anders: Nachdem der Wurm die Zeitangaben aller infizierten Rechner gleichschaltet, befürchten sie, dass der Autor des schädlichen Codes Übles im Sinn hat. Sinnvoll wäre eine solche Maßnahme bei einer Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacke. Dabei kontrolliert der Angreifer eine Reihe von so genannten Zombie-Rechnern. Diese senden Pakete mit oftmals gefälschten Anfragen an einen Webserver, überlasten ihn und bringen ihn so zum Absturz.

„Das gesamte Ausmaß der Leaves-Infektionen sowie die sinnvolle Bekämpfung werden momentan erforscht“, so die Veröffentlichung des Centers. Gullotto, der momentan eine Konferenz für Antiviren-Experten besucht, sprach auch im Namen seiner Kollegen als er sagte: „Hier ist niemand ernsthaft besorgt wegen Leaves. Wenn wir in den nächsten paar Tagen keine neuen Infektionen mehr gemeldet bekommen, werden wir die Alarmstufe herabsetzen.“

Greg Shipley, der Chef der Sicherheits-Consultingfirma Neohapsis, vertritt einen ganz anderen Ansatz: „In erster Linie geht es doch darum, etwaige Patches umgehend auf die Server aufzuspielen, damit sie erst gar nicht von DDoS-Attacken verwundbar sind.“

Kontakt:
Network Associates, Tel.: 089/37070 (günstigsten Tarif anzeigen)

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