Olympia 2002 im Web? Fehlanzeige

Das IOC will die Rechte für die Internet-Vermarktung der Spiele vergeben - Irgendwann, wenn es die Besitzer von teuer bezahlten Fernsehlizenzen nicht mehr stört

Für Internet-Angebot zählt der olympische Gedanke („Dabeisein ist alles“) während der Winterspiele in Salt Lake City 2002 relativ wenig. Denn wie bereits bei der Veranstaltung in Australien wird das Olympische Komitee nur extrem wenigen Online-Diensten die Berichterstattung von den Wettkampfstätten erlauben. Der Rest muss sich mit dem Material von Nachrichtenagenturen zufrieden geben. Ursache ist der Vermarktungsvertrag, den das IOC mit Fernsehsendern abgeschlossen hat. Der hochkarätige Deal soll noch bis 2008 gelten und bringt dem Komitee während der 14-jährigen Laufzeit 5,1 Milliarden Dollar ein.

Die Lage wird erschwert durch die Tatsache, dass zwei der Firmen, die mit der Online-Berichterstattung über die Spiele betraut waren, einen Rückzieher machen. Das kalifornische Logictier sollte eigentlich die offizielle Site der Spiele, Saltlake2002.com, hosten und hat jetzt kalte Füße bekommen. Laut Aussage des IOC hat sich der Business-Fokus der Firma aufgrund der anhaltende Dotcom-Krise geändert. Die Site werde aber noch so lange betreut, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Auch der Fernsehsender NBC, einer der bedeutendsten Medienpartner des IOC, steht im Regen: Quokka Sports, der bisher das Online-Angebot des Fernsehsenders in Sachen Olympia betreut hat, ist pleite. Die Site Nbcolympics.com, die auch während der Spiele in Sydney von Quokka für NBC gemanaged wurde, zeigt keine aktuellen Inhalte. NBC sucht nach neuen Partnern, will aber keine Namen nennen. Die Sport-Abteilung von Yahoo (Börse Frankfurt: YHO), die zur Berichterstattung zugelassen wurde, bestätigte hingegen Gespräche mit NBC.

Das IOC weiß, dass seine Internet-Strategie veraltet ist. Doch obwohl es so aussieht, als würden die Olympischen Spiele 2002 im Internet eine relativ traurige Veranstaltung, könnte sich in Zukunft durchaus etwas an dieser Strategie ändern: Momentan, so ein Mitglied des Olympischen Komitees will man keinen der traditionellen Rechteinhaber verärgern. Doch in Zukunft werde es wohl so etwas wie einen Besitzer für die Internet-Rechte geben. Die Pläne hierfür seien auch bereits relativ konkret. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Software-Riesen wie Real Networks (Börse Frankfurt: RNW) oder Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) zu den heißen Kandidaten für diesen Posten gehören könnten. So hat Real bereits Rechte für die US-Baseball- und Basketball-Liga gekauft. Beide Unternehmen haben ein Interesse daran, dass Inhalte in ihrem Medien-Format übertragen werden.

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