Neue MS-Lizenzen für Mittelstand und Großunternehmen

Kunden sollen ab Oktober zwischen Kauf und Miete der Software wählen können

Was bisher als Gerücht gehandelt wurde ist jetzt fix: Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) wird zum 1. Oktober seine Lizensierungspolitik für Mittelstand und Unternehmenskunden ändern. Als Grund führt der Vertriebsleiter Mittelstand Wolfgang Ebermann die Kundenwünsche an, die sich Lizensierung mit weniger Verwaltungsaufwand aber mehr Service gewünscht hätten. In den USA hatten Gerüchte über eine geänderte Lizenzpolitik für Empörung unter Analysten gesorgt: Die Preise für ein Update erhöhen sich drastisch, haben die Branchenbeobachter ausgerechnet, wenn man das gewünschte Softwarepaket nicht umgehend, sondern später erwirbt.

So wird in Zukunft zwischen Mittelstand und Großkunden unterschieden. Mittelstand ist ein Betrieb, der kumuliert auf fünf Microsoft-Lizenzen kommt, beispielsweise eine Server-, zwei Betriebssystem- und zwei Office-Lizenzen. Großkunde ist man ab 1. Oktober bereits ab 250 PCs, nicht mehr wie bisher ab 500.

Der Mittelstand wird sich entscheiden können, ob er die Software kauft und eine Open Licence erwirbt. Diese umfasst die Lizenzen und das Paket Software Assurance als Ersatz für die bisher gültigen vielfältigen Upgrade-Möglichkeiten. Oder der Mittelständler mietet seine Programme. Das ist ab zehn Desktops möglich. Bei diesem Angebot ist die Lizenz und der Support mit im Paket. Beide Lizenz-Pakete gelten zwei Jahre, das heißt, nach zwei Jahren verliert der Open Licence-Kunde alle Service-Leistungen, behält aber die Software, weil er sie gekauft hat. Der Mietkunde muss dann so gewünscht den Vertrag verlängern.

Bei Großkunden gilt der Kontrakt drei Jahre, was laut Ebermann „historisch bedingte Gründe hat“. Langfristig wolle man die Laufzeiten angleichen. Das Open Subscription Licence genannte Miet-Modell wird es zunächst nicht in den USA geben. „Ich schätze, die brauchen noch ein Jahr“, sagte Ebermann bei der Vorstellung des Pakets in München. Er selbst rechnet damit, dass die Software-Vermietung an Mittelständlern im kommenden Jahr 15 bis 20 Prozent des Umsatzes in diesem Kundensegment bringen wird. „Die Leute sind an uns herangetreten, die wollten das, die warten da drauf.“

Das Lizenzmodell für Großkunden teilt sich in drei verschiedene Bereiche. Während diese ihre Programme auch als „Enterprise Agreement Subscription“ mieten können, gibt es bei den Kauf-Lizenzen ab Oktober zwei verschiedene Möglichkeiten: Die Option „Select“, bei der es die Lizenzen plus die Software Assurance-Funktion als Ersatz für bisherige Upgrade-Modelle gibt, steht dem Enterprise Agreement gegenüber Letzteres ist ein servicegestütztes Vertriebsmodell, bei dem Microsoft die Administration und Logistik der Lizenzen übernimmt und eine Partnerfirma als Software Advisor Beratung und Service übernimmt.

Nach einer Übergangsfrist von 1. Oktober bis 31. Januar 2002, während der die alte und die neue Lizenzierungsmethode möglich sein wird, gilt ab 1. Februar 2002 nur das neue Modell. Microsofts Vertriebsbereichsleiter Wolfgang Ebermann betonte die Vorteile, die vor allem auch Mittelständler durch das Mieten von Software haben: „So können die Betriebe die Mietbeträge immer gleich verbuchen und müssen nicht den Kaufpreis der Software über Jahre hinweg als Betriebsvermögen abschreiben.“ Zudem sei es oft leichter, eine Rate aufzubringen und nicht den Kaufpreis in voller Höhe. Ähnlich wie beim Auto-Leasing soll am Ende der Vertragslaufzeit bei einem Miet-Modell das Ablösen der Software möglich sein.

Kontakt: Microsoft, Tel.: 089/31760 (günstigsten Tarif anzeigen)

Themenseiten: Business, Software

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