Telkos verkaufen Sprint Fon-Anteil gemeinsam

Insgesamt stehen inklusive Greenshoe bis zu 174,9 Millionen Aktien zum Verkauf / Zustimmung der SEC steht noch aus

Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) und France Télécom wollen ihre milliardenschweren Anteile an der US-Telefongesellschaft Sprint Fon vollständig verkaufen. Wie die beiden europäischen Konzerne am Donnerstag in Bonn und Paris mitteilten, sollen alle Anteile an Sprint Fon, die zusammen rund 20 Prozent des Kapitals ausmachen, zum Verkauf angeboten werden. Beim gegenwärtigen Kurswert würde France Télécom rund 1,9 Milliarden Dollar (rund 4,2 Milliarden Mark) einnehmen, die Deutsche Telekom noch etwas mehr.

Begründet wurde der Schritt mit den Unternehmensstrategien, sich systematisch aus „Nicht-Kerngeschäften“ zurückzuziehen. France Télécom will die Einnahmen zum Schuldenabbau einsetzen. Öffentliche Verkaufsangebote für die Anteile an dem Festnetzbetrieber Sprint Fon sollen Ende Mai/Anfang Juni gemacht werden. Noch fehlt allerdings das grüne Licht der US-Börsenaufsicht SEC.

Die Deutsche Telekom will zunächst 76,2 Millionen Sprint-Fon-Aktien zum Verkauf anbieten und bei starker Nachfrage in einer so genannten Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) auch noch die restlichen 11,4 Millionen Anteile anbieten; insgesamt also 87,6 Millionen Aktien. Analog plant France Télécom zunächst das Angebot von 75,9 Millionen Sprint-Fon-Aktien; einschließlich Greenshoe sind es 87,3 Millionen Aktien. Der Bonner Konzern hatte im Februar angekündigt, seine Anteile noch im ersten Quartal verkaufen zu wollen.

Sprint Fon ist die auf das Festnetz spezialisierte Sparte des Anbieters Sprint. Die Deutsche Telekom will durch die Übernahme von Voicestream ihr Geschäft auf dem US-Markt vor allem auf den Mobilfunk konzentrieren. Die Sprint-Fon-Anteile der europäischen Firmen sollen nicht über die Börse verkauft werden; stattdessen sollen neue Großaktionäre gefunden werden.

Nach Angaben eines Telekom-Sprechers will Sprint Fon dafür in den USA eine Roadshow für Investoren starten. Abgewickelt wird das Geschäft von den Bankhäusern Goldman, Sachs & Co., Morgan Stanley Dean Witter und UBS Warburg LLC.

France Télécom hatte Ende 2000 Schulden in Höhe von 61 Milliarden Euro (119,3 Milliarden Mark); diese entstanden vor allem durch den Kauf des britischen Mobilfunkanbieters Orange vom Vodafone-Konzern. Der Börsengang von Orange Mitte Februar brachte France Télécom vier Milliarden Euro (7,8 Milliarden Mark) weniger in die Kassen als erwartet.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800-3300700

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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