Group 3G wil 2007 Break-Even erreichen

Interview mit Geschäftsführer Ernst Folgmann / UMTS-Lizenzinhaber will bald neuen Namen präsentieren

Hannover – Die Tochter der spanischen Telefonica Moviles und der finnischen Sonera, Group 3G, hat eine UMTS-Lizenz für den deutschen Markt erworben. Das Unternehmen hat bis heute keinen einzigen deutschen Kunden und der Name ist noch weitgehend unbekannt. ZDNet sprach mit Ernst Folgmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Group 3G.

ZDNet: Mit Telefonica aus Spanien und Sonera aus Finnland haben sich zwei Unternehmen zusammengeschlossen, die bisher nicht auf dem deutschen Markt vertreten waren. Wie beurteilen Sie Ihre Chancen gegen die anderen fünf UMTS-Netzbetreiber?

Ernst Folgmann: Mit Telefonica Moviles, die mit 57 Prozent an Group 3G beteiligt ist und Sonera, die 43 Prozent der Anteile besitzen, haben wir eine einzigartige Konstellation. Telefonica ist in Spanien und in Südamerika sehr erfolgreich, Sonera zudem ein Vorreiter beim Einsatz neuer Technik wie zum Beispiel GPRS und neuer Dienste. Außerdem besitzen wir weitere UMTS-Lizenzen in Österreich, der Schweiz und Italien. Das ist ein großartiges Fundament.

ZDNet: Auf dem Messestand gibt sich Ihr Unternehmen sehr bescheiden. Keine Pressekonferenz, nur wenig Informationen über die Strategie und die Zielgruppe. Gibt es hierfür Gründe?

Folgmann: Unsere Priorität liegt auf der CeBIT 2001 ganz klar bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Als ich vor ein paar Wochen angefangen habe, waren wir 70, heute sind wir bereits 200 und am Ende des 1. Halbjahres sollen es 1000 Mitarbeiter sein. Die Resonanz ist sehr gut. Viele Leute finden es faszinierend, bei einem Unternehmen zu arbeiten, das bei null anfängt.

In den nächsten Wochen werden wir einen neuen Namen für unser Unternehmen präsentieren. „Group 3G“ ist nur ein Arbeitstitel und sollte deutlich machen, dass wir ein Konsortium waren, dem zunächst neben den heute noch beteiligten Firmen die Firma Orange angehörte. 3G steht für die dritte Generation der Handy-Netze.

ZDNet: Vier von sechs Netzbetreiber haben bereits ein funktionierendes GSM-Netz und können so peu à peu auf UMTS umsteigen. Wie sieht Ihre Strategie für den Start aus?

Folgmann: Wir werden mit einem bestehenden Netzbetreiber ein Roaming-Abkommen für die Nutzung der GSM-Dienste abzuschließen. Auf diese Weise können wir sehr schnell mit Sprachtelefonie auf GSM Basis starten und zusätzlich erste Multimedia-Dienste mit GPRS realisieren.

ZDNet: Welche Zielgruppe steht bei ihnen im Mittelpunkt?

Folgmann: Wir wollen sowohl die Privat- als auch die Geschäftskunden in unser Netz holen. Wir sehen ein großes Potential bei den kleinen und mittelständischen Betrieben. So werden wir für Außendienstmitarbeiter die Möglichkeit bieten, mit einem mobilen VPN einen gesicherten Zugang zu den Daten ihres Unternehmens zu bekommen. Der Produktivitätssteigerungen kommt eine bedeutendere Rolle zu als den Kosten.

ZDNet: Zahlreiche neue Dienste werden mit UMTS möglich. Wollen die Kunden überhaupt so viele Dienste und werden sie in der Bedienung überhaupt für eine breite Masse nutzbar sein?

Folgmann: Wir stehen am Anfang einer Revolution: Bisher war das Internet nur zu Hause nutzbar, plötzlich wird aber alles mobil. Die Menschen werden darauf umsteigen. Die Bedienung ist für mich ein extrem wichtiger Punkt. Wir sollten aber auch sehen, dass der große UMTS-Nutzer heute drei Jahre alt ist. Diese Nutzer wachsen mit der Technik auf und sie wird für sie selbstverständlich sein.

ZDNet: Ihr Unternehmen hat 16 Milliarden für die Lizenz gezahlt und wird weitere Milliarden in die Infrastruktur und die Entwicklung neuer Dienste investieren müssen. Wann wollen sie schwarze Zahlen schreiben?

Folgmann: Nach unseren Business-Plänen werden wir 2007 den Break-Even erreichen. Ich halte diese Einschätzung für konservativ und rechne noch früher mit schwarzen Zahlen.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey werden sich die UMTS-Investitionen für die europäischen Mobilfunkkonzerne „nur unter sehr optimistischen Annahmen“ lohnen. Die Ausgaben könnten sich frühestens 2017 auszahlen (ZDNet berichtete).

Aktuelles und Grundlegendes zum Universal Mobile Telecommunication System bietet ein News-Report zum Thema UMTS. Über neue Produkte und Technologien auf der CeBIT 2001 informiert das CeBIT-Messejournal von ZDNet.

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