Das Internet in Europa wächst langsamer

Aktuelle Ergebnisse des europäischen Internet-Nutzer-Monitors Euro.net: 53,5 Millionen Anwender in Deutschland, Großbritannien und Frankreich

Im zweiten Halbjahr 2000 hat die Internet-Nutzung in den drei größten westeuropäischen Märkten nur leicht zugenommen: Im Dezember 2000 gab es in Deutschland, Großbritannien und Frankreich rund 53,5 Millionen Anwender. Damit ist die Zahl der Nutzer lediglich um 6,5 Prozent gegenüber Juni 2000 gestiegen, während die Wachstumsrate im ersten Halbjahr 2000 noch über 30 Prozent betrug. Dies ist das zentrale Ergebnisse der siebten Welle des europäischen Internet-Nutzer-Monitors „Euro.net“, durchgeführt von Infratest Burke sowie NOP, London, und TMO, Paris.

Im laufenden Jahr beabsichtigen laut der Untersuchung jedoch weitere 11,5 Millionen Menschen in den genannten drei Ländern den Einstieg ins Internet. Damit kündigt sich für den Zeitraum bis Ende 2001 ein erneuter deutlicher Anstieg von rund 22 Prozent auf insgesamt dann 65 Millionen Nutzer an.

Seit 1997 wird die Euro.net-Studie in sechsmonatigen Abständen durchgeführt.

Weitere Ergebnisse der Umfrage unter 30.000 Westeuropäern:

  • Im Dezember 2000 haben in Deutschland 24,8 Millionen Menschen „das Internet in den letzten zwölf Monaten persönlich – geschäftlich oder privat – genutzt“. Dies bedeutet gegenüber Juni 2000 ein Wachstum von 5,5 Prozent. In Frankreich betrug das Wachstum ebenfalls 5,5 Prozent auf 9,6 Millionen Nutzer, in Großbritannien 8,5 Prozent auf 19,1 Millionen Nutzer.
  • Das Internet hat damit in Großbritannien mit 41,3 Prozent (Personen über 14 Jahren) weiterhin den höchsten Verbreitungsgrad vor Deutschland mit 38,9 Prozent. Bis Ende des Jahres 2001 erwartet Infratest jedoch eine Angleichung der Internet-Penetration in den beiden Ländern. Fast jeder Zweite (48,8 Prozent) in Deutschland hat vor, das Internet bis Jahresende zu nutzen. In Großbritannien sind es annähernd so viele (47,6 Prozent).
  • In Frankreich ist das Internet nur etwa halb so stark verbreitet (20,9 Prozent) und wird bis zum Jahresende von rund einem Viertel der französischen Bevölkerung genutzt werden.
  • Immer mehr Frauen gehen ins Internet: In Deutschland nutzen bereits 31 Prozent der Frauen ab 14 Jahren dieses Medium (Dezember 2000), im Vorjahr waren es noch 20 Prozent. Der Frauenanteil an den Internetnutzern hat dementsprechend in den letzten 12 Monaten leicht von 40 auf 42 Prozent zugenommen. In Großbritannien liegt der Verbreitungsgrad unter den Frauen bei 34 Prozent (Dezember 1999: 24 Prozent), der Anteil der Frauen an den Internet-Nutzern ist für den angegebenen Zeitraum gleich hoch wie in Deutschland. Die Verbreitung des Internets bei den Frauen in Frankreich liegt bei 17 Prozent (Dezember 1999: 11 Prozent). Gemessen an der gesamten Internet-Nutzerschaft stellen die Frauen 43 Prozent, im Vorjahr waren es nur 37 Prozent.
  • Der Anteil der älteren Generation ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nach wie vor unterdurchschnittlich: In Deutschland liegt der Anteil der über 55-jährigen an den Internetnutzern bei elf Prozent (Gesamtbevölkerung: 36 Prozent), in Großbritannien ebenfalls bei elf Prozent (Gesamtbevölkerung: 31 Prozent). In Frankreich sind vier Prozent der Nutzer älter als 55 Jahre (Gesamtbevölkerung: 28 Prozent). Die Bevölkerung ab 55 Jahren weist jedoch das stärkste Wachstumspotential auf. Bis zum Jahresende sind in dieser Altersgruppe die größten Zuwachsraten zu erwarten: In Deutschland plus 42 Prozent, in Großbritannien plus 29 Prozent und in Frankreich plus 100 Prozent.
  • Im Bundesvergleich ist der Verbreitungsgrad in Westdeutschland mit 39,9 Prozent zwar immer noch höher als in Ostdeutschland mit 34,8 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2000 jedoch ist die Internet-Nutzung in Ostdeutschland um 11,5 Prozent gestiegen, in Westdeutschland um nur 4 Prozent. Insgesamt hat dies zu einer Annäherung der Internet-Penetration in West und Ost geführt.

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