„Wir brauchen Geld, Geld, Geld“

Die drei häufigsten Tricks, mit denen Mobilfunkanbieter bare Münzen in die Konzernkassen spülen wollen

KOMMENTAR – Ging es im letzten Jahr im Handy-Geschäft in erster Linie darum, die Zahl der Kunden zu erhöhen – egal ob diese jemals die Kosten der Subventionen wieder einbringen – heißt das Motto auf der CeBIT 2001: „Wir brauchen Geld, Geld, Geld“.

Satte 16 Milliarden Mark haben die sechs Anbieter für die UMTS-Lizenz ausgegeben. Knapp acht Milliarden Mark müssen sie zudem in den Ausbau der Netze investieren. Die Kunden müssen also dazu gebracht werden, ihr portables Sprechgerät nicht mehr nur für kurze „Ich komme 20 Minuten später“-Gespräche zu nutzen. Dafür lassen sich die Telekommunikationsunternehmen einiges einfallen.

Trick 1: „Neue Web-Portale braucht der Mensch“. Immer neuen Dienste sollen die User auf die WAP-Portale locken und sie dort zum Bleiben animieren. Der mobile Internet-Zugang per WAP werde dank GPRS und HSCSD deutlicher schneller und mache Online-Spiele, Flirtchannel und MP3-Downloads möglich.

Trick 2: „Die Preise für die WAP-Nutzung sinken“ – sagen die Mobilfunk-Provider. Statt minutengenau wird der Zugang nun volumenabhängig abgerechnet, denn dank GPRS ist man ja „always on“. Aber wer weiss schon, wie groß eine WAP-Seite ist, bevor er sie runterlädt? Vielleicht erhalten WAP-Seiten bald den gleichen Hinweis wie Zigarettenschachteln: „Der Download einer Seite dieser Site verbraucht 5 KByte für Grafiken, 1 KByte für Texte und 0,3 KByte für fünf Links.“ Der Kunde kann die einzelnen GPRS-Tarife der Anbieter zudem kaum noch verstehen und nutzt deswegen fleißig drauflos – bis die nächste Monatsrechnung Klarheit verschafft.

Trick 3: Wer noch mit Prepaid telefoniert, kann jetzt für nur zehn Mark pro Monat einen Vertrag mit günstigeren Tarifen nutzen. Zwei Anbieter haben in diesem Jahr auf der CeBIT entsprechende Tarife vorgestellt, die Prepaid-Besitzer zum Umstieg animieren soll. Vorteil für die Netzbetreiber: Der Kunde bindet sich zwei Jahre an sie und zahlt zehn Mark Grundgebühr. Für das Geld kann man mit der Prepaidkarte bis 66 Minuten telefonieren, was eine häufigere Telefonnutzung wahrscheinlich erscheinen lässt.

Im mobilen Telefonieren liegt die Zukunft, daran besteht kaum Zweifel. Doch sollte jeder Handy-Besitzer überlegen, was ihm der Spaß Wert ist und wie viel Dienste er wirklich braucht.

Über neue Produkte und Technologien informiert das CeBIT-Messejournal von ZDNet.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, Telekommunikation

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