Bundeswehr: Wir arbeiten mit Microsoft

Auswärtiges Amt sagt, Geldmangel und nicht Sicherheitsbedenken seien der Grund für die seltenen Videokonferenzen mit den ausländischen Dienststellen

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums hat am Montag gegenüber ZDNet einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ dementiert, wonach die Bundeswehr in „sensiblen Bereichen“ keine Produkte des US-Softwarekonzerns Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) mehr einsetzen will. Als Ursache zitiert der Spiegel die „Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden“, wonach „der amerikanische Spionagedienst NSA über alle einschlägigen Quellcodes der US-Firma“ verfügt und „so selbst verschlüsselte Daten“ lesen kann.

Der Sprecher sagte gegenüber ZDNet: „Wir haben vor etwa einem halben Jahr eine Generallizenz über handelsübliche Produkte der Firma Microsoft abgeschlossen. Unsere sensiblen Daten werden durch plattformunabhängige Firewalls und Verschlüsselungs-Produkte geschützt.“ Man werde auch in Zukunft in allen Bereichen Microsoft-Produkte einsetzen.

Der „Spiegel“ hatte weiter berichtet, das Auswärtige Amt würde seinen Plan, Videokonferenzen mit seinen Auslandkonferenzen einzuführen, aus Sicherheitsbedenken zurückstellen. Staatssekretär Gunter Pleuger soll Anfang März erfahren haben, dass sämtliche Satelliten-Übertragungen über Denver, Colorado abgewickelt werden.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte gegenüber ZDNet, die Behörde würde Videokonferenzen zwar einsetzen, jedoch nicht sehr häufig. Am öftesten käme die Technik zwischen den Dienststellen in Bonn und Berlin zum Einsatz. „Wir sind uns aber bewusst, dass man Videokonferenzen genauso wie Konferenzschaltungen relativ leicht abhören kann und verhalten uns entsprechend.“ Es habe auch Videokonferenzen mit ausländischen Einrichtungen wie den Vereinten Nationen gegeben, doch Pläne, die auswärtigen Dienststellen mit der Technik für Videokonferenzen auszurüsten seien nicht an Sicherheitsbedenken gescheitert, sondern eher am Geldmangel.

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