Schweizer ermitteln gegen Hacker von Davos

Im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels waren persönliche Daten und Passwörter von Staats- und Wirtschaftsführern gestohlen worden

Die Schweizerische Justiz hat Ermittlungen wegen des Diebstahls von vertraulichen Daten prominenter Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft in Genf untersuche den Fall, teilte Ermittlungsrichter Marc Tappolet am Montag mit. Hacker und Globalisierungsgegner hatten sich während des Forums Ende Januar Zugang zu vertraulichen Daten von hochrangigen Teilnehmern des Treffens verschafft. Die virtuellen Diebe stahlen Kreditkarten- und Handynummern sowie Privatadressen.

Betroffen waren unter anderem der frühere US-Präsident Bill Clinton, Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Microsoft-Chefentwickler Bill Gates. Die Hacker hatten eine CD-ROM mit einer Liste von 1400 Teilnehmern des Gipfels an die Schweizer „Sonntags Zeitung“ geschickt. Die Zeitung sei nicht bereit, die CD den Justizbehörden herauszugeben, teilte der Ermittlungsrichter mit. Er habe von dem Blatt nicht verlangt, seine Quellen offenzulegen.

In der vergangenen Woche habe sich eine Hackergruppe unter dem Namen „Virtual Monkeywrench“ („Virtueller Universalschraubenschlüssel“) in einem Interview der Zeitung zu der Tat bekannt. Die vier Hacker wurden nicht identifiziert. Sie sagten dem Blatt, sie hätten die Teilnehmer des Forums nicht erpressen wollen. Der Diebstahl habe „die Mächtigen und Machthaber“ treffen sollen. Beim Weltwirtschaftsforum kommen jedes Jahr zahlreiche Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen.

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