E-Banken: Defizite beim Verbraucherschutz

Bei Test kann keine Bank durch die Bank überzeugen / Advancebank ist Gesamtsieger

Die Bankenexperten des Beratungsunternehmens Mercer Management Consulting haben in einem dreimonatigen Praxistest den Service und die Preise von 27 ausgewählten Online-Banken untersucht. Sie eröffneten Konten, tätigten Überweisungen, richteten Daueraufträge ein, handelten Aktien und beantragten Kredite.

Das Ergebnis: Insgesamt gesehen schaffte es keine Bank, über alle Bereiche hinweg einen rundum guten Service zu bieten. Gesamtsieger über alle Disziplinen wurde die Advance Bank. Sie landete zwar nirgends auf dem ersten Rang, leistet sich aber – außer beim Konsumentenkredit – auch keine nennenswerten Schwächen.

Gefolgt wird sie von der Bank24, die in puncto Produktinformation sowie in der technischen Abwicklung brilliert und eine hervorragende Kreditabwicklung bietet. Beim Zahlungsverkehr offenbart sie laut der Studie jedoch deutliche Schwächen und bietet zudem ein hohes Preisniveau. Auch eine individuelle Beratung wird von der Bank24 über das Internet nicht angeboten.

Generell ergab der Test, dass vor allem Großbanken noch ein sehr hohes Preisniveau besitzen. Die rote Schlusslampe trägt bei den Onlinebanken die Dresdner Bank, die eine jährliche Kontoführungsgebühr von 144 Mark verlangt – die Kreditkarte kostet zusätzliche 59 Mark.

Ein gutes Zeugnis stellten die Mercer-Tester der Sicherheit im deutschen Online-Banking aus. Persönliche Geheimzahlen (PIN), Transaktionsnummern (TAN) und Verschlüsselung sind Standard. Von der Nutzung des besonders sicheren HBCI-Standards raten die Experten bei Mercer zur Zeit noch ab: Die Installation sei zu kompliziert und während des Tests traten zahlreiche Probleme mit diesem Verschlüsselungssystem auf.

Defizite bestehen beim Verbraucherschutz – die AGBs sind oft schwer zu verstehen und teilweise einseitig zu Gunsten der Banken ausgelegt. Ein „Ungenügend“ erhielten viele Online-Banken auch bei der Vergabe von Krediten. Test-Sieger waren hier die Institute, die auch Online-Kreditanträge zulassen: Net-Bank, Citibank, Diba, Norisbank und Bank24.

Kontakt:
Mercer Management, Tel.: 089/93949599

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2 Kommentare zu E-Banken: Defizite beim Verbraucherschutz

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  • Am 29. Dezember 2001 um 14:23 von Thomas Jakob

    Rundung beim Euro
    Hallo ZDF,

    ich habe in den letzt Tage von vielen meiner Bekannten Geld eingesammelt für

    unser geplante Sylvesterfete.

    Abgemacht waren 50DM

    Meine Bekannte überwiesen mir das Geld und auf meine Konto der Comdirect

    Bank wurden immer nur 49,99DM gut geschrieben.

    Anfangs dachte ich, dass es ein Scherz meiner Freunde ist, bald aber merkte

    ich, dass es wohl mit dem Runden von DM auf Euro zu tun hat.

    50 : 1,95583= 25,56459 –> gerundet 25,56 Euro

    –> 25,56 * 1,95583 = 49,9910148 gerundet 49,99

    Damit hätte ich ja auch nun keine Probleme, was sind schon 0,01DM ?

    Was ich jetzt aber doch eine große Unverschämtheit finde, ist, dass meinen

    Bekannten immer der volle Betrag, also die 50DM gerechnet wurden.

    Das heißt, dass pro Überweisung ein Pfennig bei einer Bank hängen geblieben

    ist.

    Ich denke, dass das bei den Tausenden und aber Tausenden von Überweisungen

    die täglich gemacht werden doch zu großen Summen kommt.

    Es wäre nett, wenn Sie auf diese eMail eingehen würden.

    Mit freundlichem Gruß

    Thomas Jakob

  • Am 4. Mai 2003 um 10:14 von Martin Allgaier

    Kontoführungsgebühren für Online-Girokonten
    Ich habe seit 1999 meine Girokonten aufgrund einer Werbeaktion meiner Hausbank auf Homebanking umgestellt.<br />
    Neuerdings will die Bank jetzt trotz Homebanking und dementsprechende Entlastung für die Bank wieder Kontoführungsgebühren berechnen.<br />
    Ist das zulässig und gibt es hierzu eine Rechtssprechung ?<br />
    Besten dank für Ihre Antwort im Vorraus.<br />
    <br />
    Martin Allgaier

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