Telekom will sich gegen Voicestream-Klage „energisch“ wehren

US-Anleger fühlen sich geprellt / Konzern hat angeblich "trotz fortgeschrittener Verhandlungen" geplanten Deal verschwiegen

Gegen eine Sammelklage entäuschter Aktionäre aus den USA will sich die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) „energisch“ wehren. Wegen des schwebenden Verfahrens wolle sich sein Haus aber nicht zu Details äußern, erklärteTelekom-Sprecher Hans Ehnert gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Anwaltskanzlei Milberg, Weiss, Bershad, Hynes & Lerach hatte zuvor in San Francisco mitgeteilt, mehrere Anteilseigner der Telekom wollten gemeinsam vor Gericht ziehen, weil sie sich hintergangen fühlten. Hintergrund ist die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream, die der deutsche Telefonkonzern im Juli angekündigt hatte und seither über alle politischen und regulatorischen Hürden zu hieven versucht.

Die Anleger monieren dem Anwaltsbüro zufolge, die Telekom habe das Vorhaben in einem Börsenprospekt im Juni verschwiegen, obwohl die Verhandlungen mit VoiceStream zu diesem Zeitpunkt bereits in einem „sehr fortgeschrittenen Stadium“ gewesen seien.

Ende Juli hatte die Deutsche Telekom den Kauf von Voicestream für für 50,7 Milliarden Dollar bekannt gegeben (ZDNet berichtete). Voicestream ist nach Angaben des Bonner Unternehmens der einzige US-Mobilfunkanbieter, der über ein landesweites GSM-Netz verfügt. Gemessen an der Zahl erreichbarer Kunden bei Mehrheitsbeteiligungen werde ein Verbund mit rund 375 Millionen potenziellen Usern geschaffen.

Die Transaktion erfolgt im wesentlich über einen Aktientausch. Den Voicestream-Aktionären werden 3,2 Telekom-Aktien plus 30 US-Dollar pro Anteilsschein geboten. Gerechnet auf 259 Millionen Voicestream-Aktien entspricht dies auf Basis des Schlusskurses der T-Aktie am vergangenen Freitag in Frankfurt einem Gebot von 50,7 Milliarden Dollar. Die Deutsche Telekom wird dazu 828,8 Millionen T-Aktien aus dem Kapital ausgeben, das von der letzten Hauptversammlung im Mai genehmigt wurde.

Im Lauf des ersten Halbjahres 2001 soll der Deal abgeschlossen sein. Erste Gerüchte einer Übernahme waren vor knapp zwei Wochen aufgekommen (ZDNet berichtete). Damals war von einer Übernahmesumme in Höhe von 30 Millarden Dollar die Rede. Davor stand für lange Zeit das amerikanische Telekommunikationsunternehmen Sprint sowie Cable and Wirelles und Qwest auf dem Wunschzettel des Ex-Monopolisten.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800-3300700
Voicestream, Tel.: 001425/6535027

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