MP3.com wird echte Konkurrenz für Napster

Wie wird der Musiktauschservice seine User halten, wenn die Konkurrenz die größere Menge Content hat?

Zwei Wochen nachdem Napster sich mit Bertelsmann zusammengetan hat, erscheint dieses Bündnis in einem neuen Licht. Denn mittlerweile ist es MP3.com durch den Deal mit dem Musikriesen Universal gelungen, auf dem Weg zur ernstzunehmenden Musik-Download-Site ein gutes Stück voranzukommen. MP3.com wird die Lieder aller größeren Labels gegen eine Gebühr anbieten. Ein Service, den Kritiker seit langem gefordert haben.

All das zusammengenommen bedeutet, dass Napster sich ernsthaft anstrengen muss, wenn es seine momentan 38 Millionen User halten und den Wandel vom Outlaw der Musikindustrie zum legalen Service schaffen will. Doch zunächst müssen beide Unternehmen erst einmal einen plausiblen Businessplan erstellen.

Beobachter dieser Industrie sind der Meinung, sowohl Napster als auch MP3 müssten dem User ein angenehmeres Umfeld auf der Site bieten und seine Eindrücke noch verbessern. Nur so könnten sie ihm plausibel erklären, warum es besser ist, für Musik zu zahlen, als sie sich gratis zu holen. „So wie es momentan aussieht, werden sie ihr Angebot nicht in einen rentablen Dienst umwandeln können“, sagte der Forrester-Analyst Eric Scheirer in Bosten bei einer Podiumsdiskussion über den Bertelsmann-Napster-Deal in der vergangenen Woche. „Mittlerweile gibt es Gratis-Internet-Zugänge, aber die Leute zahlen noch immer dafür, um im Umfeld von AOL einzuloggen. Man muss ein bestimmtes Erlebnis bieten, so dass die Kunden dafür Geld ausgeben.“

Dabei könnte es sich um zusätzlichen Content wie Musikvideos handeln oder exklusive Downloads oder Chats mit Künstlern für Premium-Kunden. Diese Wandlung wird für MP3.com nach Einschätzung der Analysten vergleichsweise leicht fallen, da die Site die größere Bandbreite an Musik anbietet als Napster. „Napster wurde so populär, weil es da einfach alles gab“, sagte der Chef der Digital Media on Demand., Ty Rauber. „Wenn es den Musikkatalog aller Labels auf einer Site versammelt gibt, werden die User dorthin strömen.“

Doch ein weiteres Problem ist von beiden Unternehmen bisher noch nicht gelöst worden: Die sichere Verbreitung von Inhalten über das Internet. Denn bisher sind Methoden zum digitalen Kopierschutz noch unzureichend.

ZDNet bietet den Napster für Windows zum Download an. Eine Version für Linux steht unter fileforum.efront.com/… zum kostenlosen Download bereit. Darüber hinaus hat ZDNet ein Napster-Special erstellt. Wissenswertes rund um das Format bietet ein MP3-Special.

Kontakt:
Bertelsmann , Tel.: 05241/800

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