Wettrüsten vor Schweizer UMTS-Auktion

France Télécom und Vodafone stärken sich vor UMTS-Auktion in Schweiz

Nach und nach werden die UMTS-Lizenzen in den Ländern Europas vergeben. Nächstes Schlachtfeld: Die Schweiz. Vor der eidgenössischen Auktion haben ausländische Großkonzerne ihre Position verstärkt.

France Télécom übernahm vom deutschen Energiekonzern E.ON dessen 42,5-prozentigen Anteil am Schweizer Mobilfunkunternehmen Orange Communications und verdoppelte damit seinen Einfluss, wie E.ON am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Der Schweizer Ex-Monopolist Swisscom holte sich derweil den britischen Mobilfunkriesen Vodafone ins Boot. Vodafone übernimmt einer Firmenmitteilung zufolge für 4,5 Milliarden Franken (5,76 Milliarden Mark) 25 Prozent an der Swisscom Mobil AG, die im Frühjahr ausgegründet werden soll.

In der Schweiz sollen ab Montag vier UMTS-Lizenzen zum Aufbau Multimedia- und Internet-fähiger Mobilfunknetze versteigert werden. E.ON wird nach eigenem Bekunden mindestens 1,6 Milliarden Euro in Aktien und bar für das Orange-Anteilspaket erhalten, das seinerzeit rund 550 Millionen Euro (1,075 Milliarden Mark) gekostet hatte (ZDNet berichtete). Der von France Télécom zu entrichtende Kaufpreis könne sich im Falle eines Auktionszuschlags für Orange abhängig von der Lizenzgebühr um bis zu 20 Prozent erhöhen, betonte das Düsseldorfer Unternehmen. Der Verkauf steht laut E.ON zudem unter dem Vorbehalt einer kurzfristigen Zustimmung der Schweizer Regulierungsbehörde.

Die Beteiligung an Orange Communications war im Januar 1998 vom Energieversorger VIAG erworben worden, der mit VEBA jüngst zu E.ON fusionierte. Ein ebenfalls 42,5-prozentiger Anteil war France Télécom in diesem Jahr bei der Übernahme der britischen Mobilfunkgruppe Orange zugefallen. Mit dem neuen Anteilserwerb steigt der Part von France Télécom an dem mit gut 800.000 Kunden zweitgrößten eidgenössischen Mobilfunkbetreiber auf 85 Prozent. E.ON wird zu drei Vierteln in Aktien der neuen Mobilfunkgruppe Orange ausgezahlt, in der die Franzosen ihr gesamtes Mobilfunkgeschäft bündeln wollen. Orange soll im ersten Halbjahr 2001 an die Börse gebracht werden. E.ON verpflichtete sich, die Orange-Aktien ab der Erstnotiz mindestens ein Jahr lang zu halten. France Télécom biete im Gegenzug ein begrenztes Kursrisiko.

Um die Swisscom Mobil AG, die nun zu einem Viertel an Vodafone geht, hatte sich Presseberichten zufolge auch die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) beworden. Der britische Mannesmann-Mutterkonzern setzte sich aber durch und geht nun eine Allianz mit Swisscom ein, wie beide Firmen mitteilten. Voraussetzung der Transaktion ist, dass Swisscom tatsächlich eine UMTS-Lizenz erhält und dass die Schweizer Wettbewerbshüter dem Vodafone-Einstieg bei der Swisscom Mobil AG zustimmen. Auch dieser Anteilserwerb soll den Firmen zufolge in Aktien und bar bezahlt werden. Um die vier Schweizer Lizenzen wollen sich neun Firmen und Konsortien bewerben, darunter auch die Deutsche Telekom mit ihrer Tochter T-Mobile International. Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) soll am Freitag Einzelheiten zum Ablauf der Versteigerung bekannt geben.

Aktuelles und Grundlegendes zum Universal Mobile Telecommunication System bietet ein News-Report zum Thema UMTS.

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